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Spinosaurus

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Spinosaurus

War er wirklich größer als T.rex?

Mit der Wanderausstellung „Spinosaurus“ brachte das Museum für Naturkunde das weltweit erste, lebensgroße Skelettmodel des gigantischen Raubsauriers aus der Kreidezeit nach Berlin.

Im Zentrum standen die Fragen, warum über den Saurier mit dem riesigen Rückensegel so lange nur wenig bekannt war und was deutsche Paläontologe Ernst Stromer von Reichenbach (1871-1951) und der zweite Weltkrieg damit zu tun hatten. Und wie trägt die moderne paläontologische Forschung in Berlin und weltweit dazu bei Spinosaurus und die Lebenswelt in Afrika vor vielen Millionen Jahren besser zu verstehen? 

Die Ausstellung wurde von National Geographic in Zusammenarbeit mit der University of Chicago konzipiert, und wurde in Berlin mit Ergänzungen des Museums für Naturkunde gezeigt.

Spinosaurus - Die Sonderausstellung in Berlin

Der deutsche Aristokrat Ernst Stromer von Reichenbach reist 1910 auf der Suche nach Fossilien nach Ägypten in die Bahariya-Oase am Rande der Sahara. In den kommenden zwei Jahrzehnten findet, erforscht und identifiziert Stromer mehrere neue Dinosaurier, unter ihnen den größten, ungewöhnlichsten Dinosaurier von allen. Spinosaurus aegyptiacus - "Ägyptische Dornenechse" nennt Stromer seinen Supersaurier, der größer als der gerade in Nordamerika entdeckte Zeitgenosse T. rex zu sein scheint. Stromer steht in engem Kontakt zu den Kollegen in Berlin, die im gleichen Zeitraum aufregende Dinosaurierfunde in Ostafrika machen. Im Museum in München wird Spinosaurus zum Publikumsliebling, bis am 24. April 1944 das Museum und fast alle fossilen Funde Stromers bei einem Luftangriff in nur einer Nacht zerstört werden. Spinosaurus, von dem nur dieser eine Fund bekannt ist, wird zu einer Legende.

Bis ein vorerst unscheinbarer Knochen den entscheidenden Hinweis für die Wiederentdeckung des bisher weitestgehend unerforschten Raubsauriers liefert. 2009 tauchen in Mailand unter merkwürdigen Umständen Fossilien auf, die große Ähnlichkeiten mit dem historischen Fund von Stromer haben. Vermutlich wurden sie von einem Privatsammler illegal aus Marokko eingeführt. Auf einer Expedition nach Marokko finden Wissenschaftler aus Mailand und Chicago nach einer wahren Detektivgeschichte tatsächlich Spinosaurus-Zähne und weitere Knochen, welche die gleiche Maserung wie die Knochen in Mailand aufweisen – der Beweis, dass es sich hier um den Fundort des neuen Spinosaurus-Skelettes handelt.

Unter Einbeziehung aller vorhandenen Skelettfunde konnte nun erstmals Spinosaurus rekonstruiert werden. Es ist das erste Dinosauriermodell, das auf Grundlage eines anatomisch genauen digitalen Modells Gestalt annahm. Aber nicht nur das, Analysen der Fossilien und der sogenannten Begleitfunde zeichnen das Bild einer Lebenswelt, die vor 100 Millionen Jahren von aquatischen Ökosystemen geprägt war. Forscher des Naturkundemuseums in Berlin untersuchen fast zeitgleich 70 Millionen Jahre alte Schichten im Sudan und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Die Sonderausstellung erzählt diese spannende Geschichte, die vor mehr als 100 Jahren begann und von der ägyptischen Sahara über Deutschland, Marokko, Italien bis in die USA führt. Sie zeigt aber auch, wie die moderne paläontologische Forschung dazu beiträgt, vergangene Ökosysteme zu rekonstruieren und damit hilft, mögliche Veränderungen, wie sie der Klimawandel heute mit sich bringt, besser einschätzen zu können.

Mit spektakulären Originalfossilien, lebensnahen Rekonstruktionen und packenden Geschichten rund um den Spinosaurus-Fund aus der Sahara zeichnet die Ausstellung ein Bild von einer längst vergangenen Zeit – als in der Wüste noch Wasser war.

Spinosaurus bei Terra X

Spinosaurus gilt als eines der größten Landraubtiere, das jemals auf der Erde gelebt hat. In ihrem 45-minütigen Film "Expedition Supersaurier" gehen die Filmemacher Ruth Omphalius und Chad Cohen der spannenden Geschichte rund um den Spinosaurus-Fund auf den Grund.

Hier geht's zum Film.

Spinosaurus gegen T. rex bei Youtube

Knapp 30 Millionen Jahre, unterschiedliche Kontinente und verschiedene Lebensräume trennen die beiden Saurierstars aus den Sonderausstellungen "Tristan - Berlin zeigt Zähne" und "Spinosaurus", doch trotzdem wird im Internet lebhaft diskutiert: wer von den beiden hätte einen Kampf gewonnen?

Mehr Informationen zu unserem Kampf der Giganten finden Sie hier.

Vergangenen Welten auf Spur – Ökosystemforschung im Sudan

Während Paläontologen früher hauptsächlich daran interessiert waren, einzelne, möglichst vollständige Skelettfunde zu beschreiben, rücken heute Fragen nach größeren Zusammenhängen in den Fokus: Wie sahen Ökosysteme vor vielen Millionen Jahren aus? Welche Tier- und Pflanzenwelt gab es und wie hat sich diese über die Zeit verändert? Und welche Rückschlüsse können wir aus der Vergangenheit auf die Gegenwart und Zukunft unseres Planeten ziehen?

Mehr zu unserer Forschung im Sudan finden Sie hier.