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Tristan Otto

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Tristan Otto

Tristan Otto ist das bisher einzige Originalskelett eines T. rex in Europa. Das zwölf Metern lange und 4 Meter hohe tiefschwarze Skelett des Raubsauriers aus der Oberkreidezeit wurde 2010 in Montana, USA, in der Hell Creek Formation gefunden. Es zählt zu den am besten erhaltenen Tyrannosaurus rex Exemplaren weltweit.

Tristan Otto trägt den Namen der Söhne der beiden Eigentümer. Das wertvolle Fossil steht dem Museum für Naturkunde Berlin über die nächsten Jahre für Forschung und Präsentation zur Verfügung. Das Skelett bleibt in Privatbesitz, erhält aber eine Inventarnummer des Museums. Mit MB.R.91216 ist dieser Tyrannosaurus-Fund für die Wissenschaft identifizierbar und die Daten zugänglich.

Eigentümer

„Das Museum für Naturkunde Berlin ist weltweit eines der führenden Museen mit hervorragenden Ausstellungen und hervorragender Forschung, besonders im Bereich Dinosaurier. Daher erschien es mir als der perfekte Ort für Tristan.“

Niels Nielsen, Eigentümer von Tristan Otto

 

Niels Nielsen ist erfolgreicher Geschäftsmann und Sammler. Neben Kunst und Manuskripten schließt sein Interesse auch Dinosaurier mit ein. Im November 2014 wurde ihm ein besonders vollständiges Tyrannosaurus rex Skelett angeboten. Bei einem Besuch in der Präparationswerkstatt in Pennsylvania war er von den tiefschwarzen Knochen begeistert. Gemeinsam mit seinem Freund, Jens Peter Jensen, erwarb er das Fossil, das nach den Söhnen der beiden Eigentümer „Tristan Otto“ getauft wurde.

Von Anfang an hatte Niels Nielsen vor, das Skelett für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen und entschied sich für das Berliner Naturkundemuseum. Tristan Otto wird über dem Museum die nächsten Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit dieser Vereinbarung zeigt Tristan Otto einen Weg aus einem bisher von der Wissenschaft stark kritisierten Dilemma: Dem Erwerb von Fossilien und Artefakten durch Privatpersonen. Damit stünden die oft wertvollen Stücke der Forschung nicht mehr zur Verfügung. Andererseits können viele Museen die Kosten für Bergung und Aufarbeitung nicht aufbringen. Das Beispiel von Tristan Otto zeigt einen Weg aus diesem Problem. Gleichzeitig führt die Präsentation und jede Information, die über und um das Tier gesammelt werden können zu einer Wertsteigerung – in jedem Sinne eine Situation, von der alle profitieren.

Entdeckung

Craig Pfister ist ein professioneller Fossiliengräber und Paläontologe. In Montana gräbt er mit Einverständnis der Landbesitzer vor allem nach Dinosauriern. Seine Funde sind legal und dürfen verkauft werden. Er hat bereits mehrere Tyrannosaurier gefunden.

Wegen der langen, kalten Winter kann meist nur von Ende März bis Ende Oktober gegraben werden. Diese Zeit verbringt Craig Pfister im Feld, schläft in Zelten und arbeitet entweder am Freilegen seiner Funde oder macht ausgedehnte Wanderungen auf der Suche nach vielversprechenden Stellen. Auf einer dieser Wanderungen entdeckte er 2010 den Teil eines Beckenknochens, der aus der Erde ragte. Craig erkennt sofort, dass es sich um einen Tyrannosaurus rex handelt.

Allerdings brach er sich kurz nach der Entdeckung einen Knöchel. Auch die Saison 2011 ist durch eine Schulterverletzung begrenzt. So dauert es bis Oktober 2012, bis er seinen Fund geborgen hat.

Fundort

Tristan Ottos Knochen stammen aus der sogenannten Hell Creek Formation, die sich durch Montana, Nord- und Süddakota zieht. Diese Schicht beginnt mit Ablagerungen von vor 67 Millionen Jahren und endet etwa 65 Millionen Jahre vor unserer Zeit. Sie ist reich an Dinosauriern, aber auch an Überresten anderer Pflanzen und Tiere. Von diesen Funden weiß man, dass zu Tristan Ottos Lebenszeit ein feuchtes, warm gemäßigtes Klima herrschte.

Knochen als Zeugen

Zwischen dem Tod eines Lebewesens und dem Fund seiner versteinerten Überreste liegt eine lange Zeit und vielfältige Einflüsse bewirken, dass nie das exakte Abbild der Vergangenheit gefunden wird. Weichteile und Knorpel verwesen in der Regel völlig, durch Fraß und chemische Prozesse gehen Teile des Skeletts verloren. Von Tristan Otto sind 170 Knochen erhalten, alleine 50 Schädelknochen, was eine absolute Besonderheit darstellt.