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digitize!

Digitize_Museum für Naturkunde (c) Thomas Rosenthal

Presseinformation, 25.10.2021

In einem Pilotprojekt werden bis Ende April 2022 im Museum für Naturkunde Berlin 500.000 Insekten konservatorisch aufgearbeitet und digitalisiert – vor den Augen der Besuchenden. „digitize!“ macht die neue Digitalisierungsstraße ab 27. Oktober 2021 zum Teil des Besuchserlebnisses, verbindet Ausstellung mit Arbeitsraum und schafft so eine authentische Begegnung mit digitaler Transformation. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft hat die niederländische Firma Picturae den Prototyp einer Digitalisierungsstraße für Insekten entwickelt, die nun erstmals am Museum zum Einsatz kommt. Im Hochdurchsatzverfahren können damit bis zu 5.000 Tiere pro Tag mit einer Größe von maximal acht Zentimeter über ein bildgebendes Verfahren erschlossen werden, schneller als je zuvor. Und das ist erst der Anfang.

Der Klimawandel beeinflusst, wie wir auf der Erde leben – der Erhalt der Vielfalt des Lebens bestimmt, ob wir auf der Erde leben können. Die Vielfalt des Lebens ist in den naturkundlichen Sammlungen der Welt dokumentiert. Viele Antworten auf Fragen der Gegenwart und Zukunft liegen in den weltweiten naturkundlichen Sammlungen. Antworten erhalten wir aber nur, wenn die Sammlungen für die Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft offen und digital zugänglich ist.

Das Museum für Naturkunde Berlin wird seine 30 Millionen Objekte im Rahmen des Zukunftsplanes erschließen. Die Sammlungserschließung ist ein ganzheitlicher Prozess, der die konservatorische Aufbereitung, Erfassung, Digitalisierung, Kontextualisierung sowie die Schaffung von Zugängen und Informationsvernetzung umfasst. Dies erfolgt auf der Basis international anerkannter Standards und entlang von vielfältigen Nutzungsinteressen. Die Sammlung am Museum für Naturkunde Berlin wird damit zu einer modernen und weltweit vernetzten Forschungsinfrastruktur und das Museum zum Motor für Innovation und gesellschaftlichen Wandel.  

Um in den nächsten Monaten eine halbe Million von insgesamt 15 Millionen Insekten in der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin zu erschließen, arbeitet das Museum mit einem der führenden Dienstleister in der Digitalisierung naturkundlichen Sammlungen zusammen - der Firma Picturae. Es ist ein weltweit einmaliges Pilotprojekt, von der beide Seiten profitieren, geprägt von gegenseitigem Lernen. Im Team sind verschiedenste Expertisen gebündelt aus den Bereichen Sammlungsmanagement, Datenmanagement, Digitalisierung und Technologieentwicklung. Die Ergebnisse werden in einem öffentlichen Datenportal, die Insekten selbst in modernen Unterbringungssystemen zugänglich gemacht. Dies ist eine essentielle Grundlage für die Erforschung des Lebens und unseres Planeten!

In der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin sind mehr als 200 Jahre spannender Geschichten rund um Insekten und der Forschung an naturkundlichen Sammlungen gespeichert: Welcher Insektenstich ist der schmerzhafteste? Was können uns Laufkäfer über den Zustand der Stadtnatur sagen? Wie helfen 100 Jahre alte Hummeln das Insektensterben zu erforschen? Was haben Mücken mit Schokolade zu tun und warum braucht man überhaupt Insekten?

„digitize!“ macht die Digitalisierungsstraße gleichzeitig zum Teil des Ausstellungserlebnisses und schafft so eine authentische Begegnung mit der digitalen Transformation. Besuchende können live dabei sein, wenn Bienen, Wespen und Ameisen über das Fließband laufen und Teil der digitalen Datensammlung des Museums werden.

Eine raumhohe Installation zeigt ab dem 27. Oktober einen Ausschnitt der riesigen Insektensammlung des Museums. Besuchende können Insekten aus nächster Nähe betrachten und sich von ihrer enormen Vielfalt und Ästhetik faszinieren lassen. Darüber hinaus spielt die Ausstellung mit Möglichkeiten des Digitalen. Besuchende können die Digitalisierungsstationen und den Raum mit Augmented Reality erkunden oder in hochaufgelöste Insekten-Scans hineinzoomen. „digitize!“ verwendet dabei die Digitalisate aus dem Projekt, um für Natur zu begeistern.

Fotos, Informationen zur Firma Picturae sowie technische Details der Anlage erhalten Sie hier