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Dinosaurier und andere Fossilien im Computertomografen

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Dinosaurier und andere Fossilien im Computertomografen

Das Museum für Naturkunde Berlin und YXLON International gehen eine einmalige Industriekooperation ein mit dem Ziel, die gängige 3D-Röntgentechnik an die Problematiken der Erfassung naturkundlicher Sammlungen anzupassen. Der bereitgestellte Computertomograf kann größere Objekte als bisher möglich – z.B. komplette Dinosaurierwirbel - scannen. Besucherinnen und Besucher können an dem Prozess teilnehmen und täglich mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Dialog treten. Damit erfolgt ein Transfer von Wissenschaft in die Gesellschaft.

Die Forschung und die Sammlungen sind neben der Wissensvermittlung die zentralen Säulen des Museum für Naturkunde Berlin als ein Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. Die Sammlungen sind ein einzigartiges Kulturgut und eine herausragende, international genutzte Forschungsinfrastruktur. Sie umfassen mehr als 30 Millionen Objekte aus Zoologie, Paläontologie, Geologie und Mineralogie und sind von höchster wissenschaftlicher und wissenschaftshistorischer Bedeutung.

Langfristige ökologische Veränderungen und großräumige Prozesse, wie Artenverlust und Klimawandel, lassen sich nur durch den Zugriff auf Objekte aus der biologischen und geologischen Vergangenheit in den Sammlungen erforschen. Hier bietet die Computertomografie der Wissenschaft ganz neue Möglichkeiten, denn es werden detaillierte, dreidimensionale Einblicke in kleinste Strukturen möglich, ohne die Objekte zu zerstören. Darüber hinaus können mit dieser Technik seltene und wertvolle Funde digital schnell archiviert und der Öffentlichkeit weltweit zur Verfügung gestellt werden. Durch die sichere und langfristige Speicherung, Digitalisierung und Bewahrung der physischen Belege und Informationen werden zahlreiche Daten als Wissensgrundlage für die vertiefende Forschung sowie Wegbereiter gesellschaftlicher Veränderungsprozesse bereitgestellt.

Um die Forschungsinfrastruktur des Museum für Naturkunde Berlins auszubauen, gehen das Museum und YXLON International eine vorerst halbjährige Kooperation ein. Ziel der Kooperation ist die gemeinsame Weiterentwicklung von gängigen Analyseverfahren und Arbeitsabläufen der 3D-Röntgentechnik zur Anpassung an die Problematiken der Erfassung naturkundlicher Sammlungen in der Einzelobjektdigitalisierung und deren multimedialer Ergebnispräsentation. YXLON stellt dafür als Leihgabe einen hochleistungsfähigen Computertomografen für Forschungszwecke zur Verfügung (YXLON FF35 CT Doppelröhrensystem). Das bereitgestellte Gerät ermöglicht es wesentlich größere Objekte als bisher, wie z.B. Tierschädel, als Ganzes zu untersuchen.

Für die Testphase des Gerätes werden fünf Teilbereiche der Kulturgutsammlungen des MfN im Fokus der Kooperation stehen: (1) Schädel- und Körperskelette der Säugetiersammlung; (2) Fossilmaterial aus unterschiedlichen Gesteinsschichten mit Einschlüssen und diversesten Konservierungstechniken; (3) Bohrproben mit Mineralpartikeln; (4) kontrastierte Reptilien und Amphibien; (5) genadelte Insekten.

Besucherinnen und Besucher können sich täglich zu den Öffnungszeiten über die Projekte mittels eines multimedialen Tisches informieren und die Anlage besichtigen. Dienstag-Freitag von 13.00 bis16.00 Uhr können die Besucherinnen und Besucher live dabei sein, wenn Objekte gescannt werden und gegebenenfalls Fragen an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen.

Fotos erhalten Sie unter:

http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/CT

Die Fotos können zur Berichterstattung in Zusammenhang mit der Pressemeldung kostenfrei verwendet werden. Copyright: Fotografin + Museum für Naturkunde Berlin (der Name der Fotografin befindet sich in der Dateibeschriftung)

 

Vertiefende Informationen:

YXLON International entwickelt und produziert digitale Radioskopie- und Computertomografie-Systeme für eine große Bandbreite an industriellen Anwendungen in den unterschiedlichsten Branchen. Ob in der Luft- und Raumfahrt-, der Automobil- oder der Elektronikindustrie, Yxlons Kunden gehören zu den größten Herstellern der Welt. Aber auch technische Lehranstalten und wissenschaftliche Institutionen vertrauen auf die Qualität der Produkte des Hamburger Unternehmens. Ob manuell, semi- oder vollautomatisch betrieben, die Prüf- und Messsysteme sind ideal für den Einsatz in Forschung & Entwicklung und können in jeden Produktionsprozess integriert werden.

Die Wurzeln der Firma gehen bis zur Entdeckung der X-Strahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahre 1895 und den Bau der ersten Röntgenröhre durch Carl Heinrich Florenz Müller 1896 in Hamburg zurück. Yxlon wurde 1997 als direkter Nachfolger von „Röntgenmüller“ und Philips gegründet und gehört seit 2007 zur Schweizer Comet Gruppe.