Fernando Bryce
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Die Entwicklung des Modellprojektes Kunst/Natur steht in Zusammenhang mit einer programmatischen Öffnung des Museums für Naturkunde Berlin für kulturwissenschaftliche und künstlerische Fragestellungen. In diesem Kontext wurde in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes das Modellprojekt Kunst/Natur entwickelt. Eingeladen werden renommierte zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, um in Auseinandersetzung mit dem Museum, seinen Sammlungen und Forschung ein neues Werk zu schaffen, das in einer Dauerausstellung präsentiert wird.

Forschung vertiefen, neue Perspektiven eröffnen, Naturkundemuseen bewegen, ein hoch relevantes oder auch schwieriges Erbe vermitteln und die Gesellschaft verändern – die Beweggründe für Kooperationen zwischen zeitgenössischer Kunst und Naturkundemuseen sind so vielfältig wie die Herangehensweisen und Erfahrungen der Beteiligten. Die kürzlich stattgefundene internationale Konferenz „Art / Nature. Contemporary Art in Natural History Museums and Collections“ diskutierte und überprüfte gemeinsam die gegenseitigen Erwartungen, Potenziale, möglichen Grenzen und den Wert solcher Interaktionen und Interventionen aus kuratorischer, künstlerischer und wissenschaftlicher Sicht.

Bisher gab es drei Interventionsrunden, bei denen die eingeladenen, renommierten Künstlerinnen und Künstler freie Hand bei der Themenwahl hatten, um aus künstlerischer Sicht spannende Aspekte herauszuarbeiten. Dadurch kamen neue Themen und ästhetische Strategien in das Museum. Als Beispiel sei das Werk von Fernando Bryce genannt, der sich 2016 den Inventarlisten und Etiketten in der Säugetiersammlung widmete. Er schuf einen großformatigen Bilderzyklus, der sowohl die tägliche Arbeit in den Sammlungen, aber vor allem auch den kolonialen und geopolitischen Kontext der Erwerbsgeschichte der Objekte aufzeigte.

Unterschiedliche Zugänge, neue Ansätze und Denkanstöße, neue Perspektiven, neue Einsichten und Ansichten, Auseinandersetzung und gegenseitige Befruchtung von Wissenschaft und Kunst, Wechselwirkung und Austausch und vor allem Leidenschaft für Natur und Kunst: „Naturkundemuseen sind relevante Organisationen für die Zukunft der Menschen und der Erde“, sagt Professor Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin, „aber wir müssen uns noch mehr für verschiedene Perspektiven öffnen. Deshalb sind wir stolz, dass eine erste Zwischenbilanz rundum positiv ist.“