Back to top

Kunst/Natur III – Künstlerische Interventionen im Museum für Naturkunde Berlin

interventionenIII_c_carolaradke_mfn.jpg Back to top

Kunst/Natur III – Künstlerische Interventionen im Museum für Naturkunde Berlin

 

Wie sehen Sie im Auge eines Tintenfischs aus? Finden Sie es raus! Im Animaloculomat der Künstlerin Klara Hobza, die zu einem Perspektivenwechsel zwischen Mensch und Tier einlädt. Wenn Sie auf merkwürdig verlorene Gegenstände im Museum stoßen, wundern Sie sich nicht, diese könnten zur Installation der Schriftstellerin Monika Rinck gehören. Mit vergnüglich spielerischen Interventionen geht das Modellprojekt Kunst/Natur in die dritte Runde. Dabei eint die beiden Künstlerinnen nicht nur der Schalk im Nacken, sondern auch die ernsthafte Frage, wie durch Medien wie Sprache und Bilder Wirklichkeiten konstruiert werden.

Das von dem Museum für Naturkunde Berlin und der Kulturstiftung des Bundes gemeinsam initiierte Projekt Kunst/Natur lädt zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler dazu ein, neue Werke zu schaffen, die ungewohnte Perspektiven auf das Naturkundemuseum eröffnen.

Im Sauriersaal des Museums ist eine ganz sonderbare Maschine gelandet: der Animaloculomat oder „Tierblickmaschine“. Die Künstlerin Klara Hobza lädt mit diesem kuriosen Fotoautomaten ein zu einem künstlerischen Experiment. Das computergesteuerte Auge des Animaloculomat ahmt das Auge des in seiner Umwelt lebenden Tieres nach, der Automat liefert Porträts aus Sicht verschiedener Tiere. Dabei wissen wir wenig darüber, wie Tiere uns sehen oder uns über andere Sinne wahrnehmen. Mit dem Animaloculomat knüpft Klara Hobza an die Tradition der wissenschaftlich-technischen Bilder an. Als Künstlerin spekuliert sie, aber ihre Interpretationen sind plausibel. Die Experimente der Künstlerin entfalten sich durch die Medien Skulptur, Video, Performance und Zeichnung. Die Geschichten ihrer Arbeiten bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Wissenschaft, Fiktion und Fantasie. Klara Hobza (geb. 1975 in Plzeň/Pilsen, Tschechien) lebt und arbeitet in Berlin. Kuratorin: Bergit Arends (London).

Der Schriftstellerin Monika Rinck geht es in ihrer Intervention um das Verhältnis von Worten und Dingen. „Die verlorene Welt“ hat sie ihr Werk und ihre Installation im Mineraliensaal genannt. Dort kann man in einem Fundbüro Miniaturtexte zu einer von ihr geschaffenen Sammlung lesen und mitnehmen. Es geht aber nicht nur um die Texte, sondern auch um die Dinge selbst, die verloren gehen und von Besuchern gefunden werden können. Was jeden Finder vor die Frage stellt, vor der auch das Museum steht, bevor es ein Objekt zur Schau stellt: Was ist das, was ich da gefunden habe, wie nennt man es, wem gehört es, in welcher Ordnung kann ich es aufbewahren? Am Wochenende und an Feiertagen ist das Fundbüro besetzt, dann helfen kompetente Beamte, diese Fragen zu beantworten. Monika Rinck (geb. 1969 in Zweibrücken) arbeitet als Lyrikerin und Essayistin in Berlin. Fragen der Benennung von Dingen sind in ihren Arbeiten immer auch Fragen nach den  Wirklichkeiten, die Sprache erzeugt. 2015 wurde sie mit dem Kleistpreis ausgezeichnet. Kurator: Cord Riechelmann (Berlin).

 

Weitere Informationen: http://kunst.mfn-berlin.de/

Laufzeit: 25.4. – 23.7.2017

Literarische Performance zur Intervention von Monika Rinck am Wochenende und an Feiertagen 11 - 17 Uhr. Mit den Schauspielern Susanne Bredehöft, Thorsten Heidel und Hermann Heisig. Dramaturg: Christian Filips