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Die Sammlung des Museums für Naturkunde Berlins umfasst als Forschungsinfrastruktur ca. 30 Millionen Objekte aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren bis heute. Die Mineraliensammlung alleine zählt ca. 180.000 Proben und beinhaltet rund 3.000 Mineralienarten, was rund 60 % aller bekannten Minerale entspricht. Darunter sind auch zahlreiche Fluorite (Calciumfluorid) unterschiedlichster Herkunft. Fluorit wurde durch die Mitglieder der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie (VFMG)  zum Mineral des Jahres gekürt. Mehr zur Sammlung hier.

Flussspat, wie er bergmännisch genannt wird, zählt seit über 100 Jahren zu den wichtigsten Industrierohstoffen. Er wird als Flussmittel bei der Erschmelzung von Stahl- und Leichtmetallen, bei der Herstellung von Gläsern und Linsen, von Flusssäure, und für die Gewinnung von Fluor als Ausgangsmaterial für organische Verbindungen verwendet. Fluoride werden dem Speisesalz und auch der Zahnpasta zugesetzt. 

Fluorit kommt weltweit vor. Eine bedeutende Lagerstätte liegt im Erzgebirge / Sachsen. Im Freiberger Bergbaurevier bei Halsbrücke wurden im 18. und 19. Jahrhundert große Mengen Blei- und Silbererze gefördert. Die polymetallische Ganglagerstätte führt erhebliche Mengen an Fluorit, der bei der Abkühlung von heißen Lösungen in den Gesteinsklüften auskristallisierte. Der Abbau der Erze und damit auch des Fluorits erfolge bis in über 500 Meter Tiefe in Bergwerken und war zur damaligen Zeit sehr gefährlich. Die abgebildete Fluoritstufe ist ein Beispiel aus dieser Lagerstätte. Fluorit kann unterschiedliche Farben annehmen, gelb, violett, grün oder bräunlich, was an Beimengungen anderer Elemente wie zum Beispiel Eisen und Mangan liegt. Typisch sind würfelartige Kristalle, denn Fluorit kristallisiert im kubischen Kristallsystem.