Der Impaktkrater Monturaqui (MIC) ist einer von etwa 200 auf der Erde bekannten Impaktkratern und die einzige bekannte Impaktstruktur in Chile. Er befindet sich am Fuß der Anden und ist aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften ein idealer Untersuchungsstandort für vielfältige Forschungsaktivitäten in unserer Abteilung; darunter seine mittlere Größe (350 × 370 m), die hohe Lage über dem Meeresspiegel (3000 m), die hervorragende Erhaltung durch die Wüstenumgebung, sein vergleichsweise junges Alter von etwa 663.000 Jahren sowie die Tatsache, dass ein Eisenbolid auf ein überwiegend granitisches Zielgestein traf.
Diese und weitere Aspekte machen den MIC zu einem idealen natürlichen Labor für die Untersuchung einiger unserer zentralen Forschungsthemen, wie zum Beispiel: (1) Impaktphysik der Prozesse der Kleinkraterbildung; (2) Petrographie von Impaktiten und Rekonstruktion der Wechselwirkung zwischen Impaktor und Zielgestein; (3) Ablation und Impaktkügelchen in Raum und Zeit; sowie (4) durch Impakte verursachte Veränderungen der Habitabilität und deren Implikationen.
Zur Vertiefung unseres Verständnisses des MIC und zur Erweiterung unseres multidisziplinären Forschungsansatzes organisierten wir einen zehntägigen Workshop mit Feldarbeitskampagne in Chile, der weitgehend durch eine DFG-Förderung im Rahmen des Programms „Initiierung einer Internationalen Kooperation“ finanziert wurde. Unter den rund 30 Teilnehmenden befanden sich 14 Forschende und Studierende des MfN, während die meisten der übrigen Teilnehmenden chilenische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren. Die Kombination aus Seminarveranstaltungen und Feldarbeiten am Krater führte zu den erwarteten Ergebnissen: der Gewinnung von Proben und Felddaten für Pilotprojekte, der Initiierung interdisziplinärer und internationaler Kooperationen sowie der Entwicklung vielversprechender Forschungsanträge.
Bildrechte: Dr. Christoph Sager, Museum für Naturkunde