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Historische Arbeitsstelle

Aquarell von Anna Held, Zoologischer Garten Berlin Dezember 1892: Spiessbock, Oryx gazella collotis, Bestand: Zool. Mus., Signatur: B VIII 411 Back to top

Historische Arbeitsstelle

Die Historische Arbeitsstelle ist eine Sammlungs- und Forschungsabteilung des Museums für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung. Sie betreut das Archiv der Einrichtung und hat die Aufgabe, die umfangreiche schriftliche und bildliche Dokumentation der geschätzten 30 Millionen naturwissenschaftlichen Objekte des Museums zu bewahren, zu erschließen, zu erforschen und für weiterführende wissenschaftliche Fragestellungen offen zugänglich zu machen. Mit ihren Historischen Bild- und Schriftgutsammlungen verfügt sie über weltweit eines der bedeutendsten Archive zur Geschichte der Naturwissenschaften mit den Schwerpunkten in Bereichen Biologie, Geologie und Paläontologie.

Eng mit der Entstehung der naturwissenschaftlichen Sammlungen des Museums für Naturkunde und den Vorgängereinrichtungen verknüpft, beherbergt das Archiv mehr als 90.000 Akten und etwa 20.000 Bilder aus mehr als 200 Jahre nationaler und internationaler Wissenschaftsgeschichte. Die Korrespondenzen, Verwaltungsunterlagen, Objektlisten, Expeditionsberichte und –tagebücher werden durch wissenschaftliche Nachlässe, Lehrmaterialien, Karten, Zeichnungen, Fotos und einer umfangreichen Sammlung historischer Porträts ergänzt.

Bestände

Der Gesamtumfang des Archivs beträgt ca. 900 lfm. Die Gliederung der Bestände folgt traditionell ihrer Herkunft aus den Organen der Museen oder wissenschaftlichen Gesellschaften, deren Nachlässe hier verwahrt werden.
Auswahl von Beständen und Nachlässen:

  • Konvolut zur Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin (seit 1773, u.a. Tagebücher und Korrespondenzen, als zentrales von Berlin ausgehendes Netzwerk naturkundlicher Forschung)
  • Nachlass der Deutschen Entomologischen Gesellschaft sowie der Deutschen Ornitologischen Gesellschaft
  • Bestände des Zoologischen, Mineralogisch-Petrografischen und Geologisch-Paläontologischen Museums (1810-1889, ab 1889 zusammengefasst als Museum für Naturkunde insbesondere Verwaltungsakten, Korrespondenz, Personal in Verbindung mit der Universität, Erwerbung von Sammlungen und Objekten, Sammelreisen, den umfangreichsten und bedeutendsten Bestand bildet das Zoologische Museum)
  • bedeutende Forschungsreisende und mit dem Museum verbundene Wissenschaftler, deren naturwissenschaftliche Sammlungen und Schriftgut teilweise in den Bestand des heutigen Museums von Naturkunde eingegangen sind:
    • Martin Heinrich Klaproth (1743-1817)
    • Ernst Friedrich von Schlotheim (1764-1832)
    • Alexander von Humboldt (1769-1859)
    • Friedrich Wilhelm Hemprich (1796-1825)
    • Karl Asmuth Rudolphi (1771-1832)
    • Leopold von Buch (1774-1853)
    • Martin Hinrich Lichtenstein (1780-1857)
    • Adalbert von Chamisso (1782-1838)
    • Friedrich Sellow (1789-1831)
    • Christian Gottfried Ehrenberg (1795-1876)
    • Franz Hilgendorf (1839-1904)
    • Hermann Julius Kolbe (1845-1930)
    • Willy Kükenthal (1861-1922)
    • Walther Arndt (1891-1944)
    • Walter Gross (1903-1974)
  • Nachlässe bedeutender Expeditionen:
    • Gazelle-Expedition (1874-1876)
    • Plankton-Expedition (1889)
    • Dt. Tiefsee-Expedition (Valdivia-Expedition, 1898/99)
    • Gauss-Expedition (erste Dt. Antarktis-Expedition, 1901-1903)
    • Dt. Tendaguru-Expedition (1909-1913)

Publikationen

  • Damaschun, Ferdinand et al. (Hrsg.): Klasse, Ordnung, Art – 200 Jahre Museum für Naturkunde. Berlin 2010
  • Zischler, Hanns; Hackethal, Sabine und Carsten Eckert (Hrsg.): Die Erkundung Brasiliens. Friedrich Sellows unvollendete Reise. Berlin 2013
  • Muzeum w Gliwicach/Museum für Naturkunde Berlin (Hrsg.): Wilhelm von Blandowski. Ein Naturforscher in Australien. Gliwice 2013
  • Hermannstädter, A., Heumann, I., Pannhorst, K. (Hrsg.): Wissensdinge. Geschichten aus dem Museum für Naturkunde Berlin. Berlin 2015