Citizen Science Fest 21. Mai 2016 im Park am Gleisdreieck, Berlin, Insektenpäperation
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Mit den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) hat sich die Staatengemeinschaft dieser Welt verpflichtet, die Zukunft der Menschheit nachhaltig zu sichern. Um den Fortschritt auf dem Weg zu diesen Zielen zu messen, müssen globale Daten erhoben werden. Dies kann nur gelingen, wenn Politik, Wissenschaft und Gesellschaft eng zusammenarbeiten.

In einem aktuellen Beitrag in Nature Sustainability beschreibt ein internationales Forscherteam mit der Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin, wie Citizen Science diesen Prozess unterstützen und verbessern kann. Denn es gibt eine Reihe von Datenlöchern. Zum Beispiel, wenn es darum geht, die Verschmutzung von Gewässern oder die Luftqualität weltweit zu messen. Das Potential von Citizen Science ist riesig, da Bürger unmittelbar vor Ort Daten erheben können. Das Museum für Naturkunde Berlin arbeitet international mit Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zusammen, um Citizen Science für eine nachhaltige Zukunftsentwicklung stark zu machen.

„Seit wir mit einer internationalen Citizen-Science-Delegation 2017 bei der Umweltversammlung der UN in Nairobi und 2018 beim UN World Data Forum in Dubai waren, zeigt sich ein immer stärkeres politisches Interesse an der Bürgerforschung“, betont die Mitautorin Maike Weißpflug und ergänzt: „Die Hoffnung ist, dass Citizen Science dazu beiträgt, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Auf der ganzen Welt gibt es bereits Citizen-Science-Projekte, die beispielsweise den Zustand der Gewässer oder der Luft untersuchen. Mit dem Artikel wollen wir zeigen, wie es der UN gelingen kann, die Daten tatsächlich zu verwenden.“

In dem Papier wird vorgestellt, wie die Bürgerwissenschaft in die formalen SDG-Berichtsmechanismen integriert werden kann. Um erfolgreich zu sein, müssen die Vereinten Nationen, die nationalen statistischen Ämter und die Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten, um zu identifizieren, zu welchen Nachhaltigkeitszielen die Bürgerwissenschaft einen echten Beitrag leisten kann.

Citizen-Science-Konferenz 2020

Mit der Plattform „Bürger schaffen Wissen“ fördert das Museum für Naturkunde Berlin die Vernetzung und Sichtbarkeit von Citizen Science in Deutschland. Darüber hinaus hat das Museum die Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus ganz Europa dabei unterstützt, ein internationales Netzwerk aufzubauen: den Europäischen Verein der Bürgerwissenschaften e.V., European Citizen Science Association, kurz ECSA genannt. Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 wird das Museum im Oktober eine große internationale Konferenz zu genau diesem Thema – Citizen Science und die Nachhaltigkeitsziele – durchführen. Die Konferenz wird von der Europäischen Kommission und dem BMBF gefördert und wird von einem Citizen-Science-Festival für alle Bürgerinnen und Bürger begleitet.

Journal: Nature Sustainability

Titel: Citizen Science and the United Nations Sustainable Development Goals

Hauptautor: Dr. Steffen Fritz (fritz@iiasa.ac.at) (International Institute for Applied Systems Analysis)

Weitere AutorInnen: Dr. Linda See , Tyler Carlson , Prof. Mordechai (Muki) Haklay , Jessica Oliver , Dilek Fraisl , Rosy Mondardini , Martin Brocklehurst , Dr. Lea Shanley , Dr. Sven Schade , Dr. Uta Wehn , Tommaso Abrate , Ms. Janet Anstee , Mr. Stephan Arnold , Matthew Billot , Jillian Campbell , Ms. Jessica Espey , Margaret Gold , Ms. Gerid Hager , Shan He , Mrs. Libby Hepburn , Prof. Angel Hsu , Dr. Deborah Long , Dr. Joan Maso , Mr. Ian McCallum , Maina Muniafu , Dr. Inian Moorthy , Dr. Michael Obersteiner , Alison Parker , Dr. Maike Weisspflug , Dr. Sarah West

Webpage: https://www.nature.com/articles/s41893-019-0390-3

DOI: 10.1038/s41893-019-0390-3