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BERLIN, DEUTSCHLAND (15. November 2019) – Während einer Presseveranstaltung heute im Museum für Naturkunde (MfN) in Berlin wurde die Kampagne “Support Hera” gestartet. Die Aktion will Missionen unterstützen, die darauf abzielen unser Wissen über Asteroiden und erdnahe Objekte (NEOs), insbesondere die Hera-Mission der ESA, zu erweitern. Live und archivierter Link: http://supporthera.com/media

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne “Support Hera” von den Mitbegründern des Asteroid Day, der globalen Bewegung zum Schutz der Welt vor gefährlichen Asteroiden, des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS), welches sich auf alle Körper in unserem Sonnensystem konzentriert, einschließlich der Sonne und den Planeten sowie das Observatoire de la Côte d'Azur, ein international anerkanntes Zentrum für geowissenschaftliche und astronomische Forschung.

Während der Pressekonferenz veröffentlichten die Organisatoren einen offenen Brief, der von mehr als 1200 Wissenschaftlern und betroffenen Bürger/innen unterzeichnet wurde, um das Wissen über erdnahe Objekte (Near Earth Objects, NEOs) und Weltraummissionen zu erweitern, die zum Schutz der Erde vor gefährlichen NEO-Einschlägen erforderlich sind. Der Brief ist hier abrufbar: www.supporthera.com/letter

„Mehr als 1200 prominente Wissenschaftler und Bürger/innen aus der ganzen Welt haben einen Brief zur Unterstützung von der Hera Mission unterschrieben, weil das Studium von NEOs nicht unterschätzt werden kann. Denn die Hera-Mission ist der Kern des Wissens, das wir benötigen, um gefährliche Asteroiden von der Erde aus zu entdecken und letztendlich abzulenken“, erklärte Grig Richters, Mitbegründer des Asteroid Day,

NEOs bleiben bei der Bildung von Planeten übrig und haben eine Größe von wenigen Metern bis zu mehreren zehn Kilometern. Wie bei der Erde umkreisen NEOs die Sonne und nähern sich manchmal gefährlich der Erdbahn. Hera wird feststellen, ob ein kinetischer Impaktor einen so kleinen Körper ablenken kann, wenn die Erde bedroht ist.

"Neue NEOs werden jetzt mit einer Rate von ungefähr 4 pro Tag entdeckt", sagte Dr. Patrick Michel, Principal Investigator von AIDA / Hera. "Wir brauchen eine koordinierte internationale Strategie zur Minderung des Aufpralls erdnaher Objekte!"

Im Rahmen der größeren internationalen Zusammenarbeit mit AIDA wird Hera bei der Bewertung von NEOs helfen, indem es zum ersten Mal den kleinen Mond eines binären Asteroiden charakterisiert, wie Dr. Patrick Michel hervorhob: „Die Hera- und DART-Missionen im Rahmen der koordinierten AIDA-Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, gibt uns die einzigartige Möglichkeit, unsere Fähigkeit, einen Asteroiden abzulenken, in Kombination mit faszinierender Wissenschaft zu testen."

Hera ist der europäische Teil des AIDA-Programms (Asteroid Impact & Deflection Assessment), bei dem in Zusammenarbeit mit der NASA die Durchführbarkeit eines Ablenkungsmanöver durch einen kinetischen Impaktor getestet werden soll. Die NASA führt dabei im Rahmen der DART-Mission das eigentliche Einschlag Experiment durch. Hera wird dann mit einigem Abstand das Ergebnis des kosmischen Experimentes untersuchen und dabei genaue Daten über den Aufbau und die Zusammensetzung des Asteroiden sammeln, vor allem aber den Einschlagkrater auf der Oberfläche des Asteroiden vermessen und die Änderungen der Bahnparameter bestimmen. Die zu erwartenden Daten der Hera Mission sind ausschlaggebend, um im Ernstfall exakte Vorhersagen mit Hilfe von Computersimulation zur Abwehr liefern zu können, um unseren  Planeten vor Gefahren aus dem Weltraum zu schützen.

„Wir haben jetzt das Wissen über die Oberfläche von Kometen und Asteroiden aus Weltraummissionen wie Rosetta und Dawn - und aufgrund dieser Erfahrung sind wir am besten auf eine Mission zur Ablenkung von Asteroiden vorbereitet“, erläuterte Dr. Holger Sierks, Forschungsleiter Rosetta / OSIRIS, Abteilung Planeten und Kometen, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

„Simulationen der Asteroidenablenkung durch Aufprall sind nur so gut wie das Wissen, das wir in sie gesteckt haben. Mit Hera und DART haben wir die einmalige Gelegenheit, unsere Simulationen zu testen und sie mit neuen Erkenntnissen über die Auswirkungen des Asteroiden auf den Aufprall zu versorgen“, wiederholte Dr. Kai Wünnemann, Leiter der Abteilung Impakt- und Meteoritenforschung am MfN und Prof. für Impakt- und Planetenphysik an der Freien Universität Berlin..

Hera wird auch fortschrittliche neue Technologien für zukünftige Planetenmissionen demonstrieren und den Weg für neue Arten von Weltraummissionen ebnen, bei denen CubeSats für riskantere Operationen eingesetzt wird.

Gisela Pösges, eine Geologin aus dem Geopark Ries e.V. sagte: „Für mich, die ich in einem Impact-Krater, dem Ries-Krater, lebe, ist die Gefahr aus dem All sehr offensichtlich. Das Ries-Event zerstörte ein Gebiet von mehr als 4.500 qkm. Das heißt, ein solcher Einschlag würde heute am selben Ort alle bis 100 km vom Aufprallpunkt entfernten Landstriche vernichten. Darunter auch die angrenzend süddeutschen Großstädten Nürnberg, Stuttgart und München. “

NEOs, derzeit sind etwa 21.443 bekannt, mit einem Durchmesser von 100 m oder mehr könnten eines Tages entweder auf die Erdoberfläche aufschlagen oder in geringer Höhe in einem Feuerball explodieren. In beiden Fällen würden dies schwere Schäden über viele Quadratkilometer verursachen, wie das Ereignis über der Stadt Tscheljabinsk 2013 gezeigt hat, oder auch ganze Regionen zerstören. Durch ozeanische Einschlägen ausgelöst extreme Tsunamis würden das Verwüstungsgebiet noch erheblich vergrößern. Es steht außer Frage, dass Meteoriteneinschläge erheblichen ökonomischen Schaden anrichten und eine große Zahl menschlicher Opfer fordern können Im Gegensatz zu anderen Naturkatastrophen ist die Kollision eines Asteroiden mit der Erde vorhersehbar und könnte sogar verhindert werden. Durch den Zusammenstoß des Asteroiden mit einem künstlichen Projektil, eines sogenannten kinetischen Impaktor, kann die Flugbahn so weit abgelenkt werden, dass die Kollision mit der Erde verhindert wird.

Zur Pressekonferenz fand auf Englisch ein Live-Stream statt. Eine archivierte Aufnahme, Bilder und Videos von der Pressekonferenz finden Sie hier. Videos sind auf deutsch und englisch erhältlich: http://supporthera.com/media

Teilnehmer der Pressekonferenz:

Grig Richters (Moderator), Filmemacher und Mitgründer des Asteroid Day

Dr. Patrick Michel, AIDA/AIM Principal Investigator, Observatoire Côte d’Azur, CNRS

Prof. Kai Wünnemann, Leiter der Forschungsabteilung “Impakt- und Meteoritenforschung“ am Museum für Naturkunde Berlin, Prof. für Impakt- und Planetenphysik an der Freien Universität Berlin.      

Dr. Holger Sierks, Principal Investigator Rosetta/OSIRIS, Abteilung “Planeten und Kometen” des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung

Dr. Timo Stuffler, Leitung Business Development OHB

Gisela Pösges, Geologin am Geopark Ries e. V.

          

Medien Kontakt: grig@filmsunited.co | Presse Informationen: http://supporthera.com/media

Bilder und O-Töne (auch auf deutsch) werden eine Stunde nach der PK, hier, zur Verfügung stehen.