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Der Entomologe des Museums für Naturkunde Berlin, Dr. Michael Ohl, hatte 2011 in den Sammlungen des Museums eine bislang unbekannte, riesige Wespenart gefunden, die mit ihren gigantischen Kiefern wie eine Kampfmaschine aussieht. Eine neue Art gilt aber erst dann als wissenschaftlich `getauft´, wenn der neue Name und die Beschreibung der Art veröffentlicht wurden. Dies ist nun für die Monsterwespe geschehen, die als Megalara garuda in der Zeitschrift Zookeys publiziert wurde. Damit wurde ein weiteres Puzzleteil in der Erfassung der globalen Biodiversität gelegt, was ohne die umfassenden wissenschaftlichen Forschungssammlungen des Museums für Naturkunde nicht möglich gewesen wäre.

Die Wespe stammt von der indonesischen Inseln Sulawesi und wurde dort vor kurzem auch von Prof. Lynn Kimsey von der University of California, Davis, gefangen. Nachdem die Wespe seitdem von Michael Ohl am Museum für Naturkunde intensiv untersucht wurde, wurde klar, dass sie noch viel ungewöhnlicher ist als bisher angenommen. Daher haben Ohl und Kimsey für sie sogar eine eigene neue Wespengattung beschrieben, die nun veröffentlich wurde. Der offizielle Name der Wespe lautet nun Megalara garuda.

Der Gattungsname leitet sich von dem griechischen Mega für groß und von –lara aus Dalara, ab, einer nah verwandten Wespengattung. Der Artname garuda bezieht sich auf das Nationalsymbol Indonesiens, Garuda, das einen geflügelten Kämpfer darstellt.

Wissenschaftliche Artbeschreibungen sind ein wesentlicher Teil der Erfassung der weltweiten biologischen Vielfalt. Die neue Wespenart hatte bislang unter den inoffizielle Namen ‚Monsterwespe‘, ‚giant wasp‘ und ‚warrior wasp‘ große Popularität erfahren. In der wissenschaftlichen Artbeschreibung aber muss jeder Tier- und Pflanzenart einen wissenschaftlichen, nach bestimmten Regeln gebildeten Namen erhalten. Eine neu entdeckte Art gilt erst dann offiziell als ‚getauft‘ und wird erst dann wissenschaftlich wahrgenommen, wenn der neue Name und eine Beschreibung der Art in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht wurden.

Mit der ‚Taufe‘ auf den Namen Megalara garuda ist die Monsterwespe nun wissenschaftlich anerkannt. Weltweit warten wahrscheinlich Millionen weiterer, noch unentdeckter Tier- und Pflanzenarten auf ihre wissenschaftliche Beschreibung und einen eigenen, unverwechselbaren Namen. Die wissenschaftliche ‚Taufe‘ der Monsterwespe als Megalara garuda ist damit ein weiteres, aber spektakuläres Puzzleteil in der Erfassung der globalen Biodiversität und unterstreicht die Bedeutung wissenschaftlicher Forschungssammlungen.

Originalveröffentlichung: Kimsey, L.S. & Ohl, M. 2012. Megalara garuda, a new genus and species of larrine wasps from Indonesia (Larrinae, Crabronidae, Hymenoptera) - Zookeys 177: 49-57 doi:10.3897/zookeys.177.2475

Fotos erhalten Sie unter: http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Monsterwespe2
Copyright: Museum für Naturkunde Berlin

Fotos können zur Berichterstattung in Zusammenhang mit der Pressemeldung kostenfrei verwenden werden.

Copyright: Fotos 1-4: Michael Ohl, Museum für Naturkunde Berlin
Fotos 5-8: Carola Radke, Museum für Naturkunde Berlin

Abbildungen:
1. Seitenansicht der neu entdeckten männlichen Grabwespe mit über 6 cm Körperlänge.
2. Die riesigen Kiefer der Grabwespe werden zur Verteidigung und zum Festhalten bei der Paarung
benötigt.
3. Der Kopf der Grabwespe mit seinen scherenartigen Kiefern erinnert an Star Wars Krieger.
4. Die Monster-Wespe im Vergleich mit einer normalen Wespe.
5. Entomologe Michael Ohl mit der neu entdeckten Wespe.
6. Der Entdecker Michael Ohl vom Museum für Naturkunde Berlin mit der Monster-Wespe.
7. Michael Ohl vom Museum für Naturkunde Berlin vergleicht die neu entdeckte Wespe größenmäßig
mit einer „normalen“ einheimischen Wespe.
8. Der Entdecker der neuen Wespenart, Michael Ohl (Museum für Naturkunde Berlin), vergleicht die
neue Wespengattung mit einer einheimischen Wespe.