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Fossile Gliederfüßer und Bernstein-Sammlung

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Fossile Gliederfüßer und Bernstein-Sammlung

Arthropoda

Mehr als 90.000 Objekte sind in der Sammlung fossiler Arthropoden (Gliederfüßer) und der dazugehörigen Bernstein-Sammlung des Museums für Naturkunde systematisch geordnet.

Der Tierstamm der Gliederfüßer vereint unterschiedliche Klassen wie Kieferklauenträger (Chelicerata), Krebstiere (Crustacea) und Insekten. Mit rund 5.000 Exemplaren und einem hohen Anteil an Typusmaterial sind Trilobiten, eine meeresbewohnende Tiergruppe des Erdaltertums (Paläozoikum), in der Sammlung maßgeblich vertreten. Von besonderer Bedeutung sind außerdem paläozoische Gliederfüßer aus Schottland, dem Rheinischen Schiefergebirge und dem Hunsrückschiefer. Fossile Insekten und Krebstiere aus dem Jura mit den Fundorten Solnhofen (Sammlung Schlotheim, Sammlung Redenbacher) und Grimmen (Sammlung Ansorge) sind ebenfalls in der Sammlung präsent. Erwähnenswert ist auch die, aus der brasilianischen Crato-Formation stammende Sammlung von Insekten und anderen Arthropoden der Unterkreide.

Die Bernsteinsammlung im Museum für Naturkunde umfasst ca. 60.000 Einschlüsse (Inklusen) und mehr als 1.500 Typusexemplare fossiler Arthropoden in baltischem und sächsischem Bernstein.

Digitalisierung

Alle 3.000 Typusexemplare und einige weitere Objekte der Sammlung sind in der Access-Datenbank des Museums für Naturkunde erfasst. Die Datenbank ist intern zugänglich.

Geschichte

Von entscheidender wissenschaftshistorischer Bedeutung ist die Bernstein-Sammlung des Danziger Arztes Carl Georg Berendt (1790-1850) – sie markiert die Anfänge der modernen Bernsteinforschung. Neben dieser bilden die im 19. Jahrhundert zusammengetragenen Sammlungen von Thomas, Künow und Simon den Grundstock der heutigen Sammlungsbestände des Museums.

Highlights

Xenusion auerswaldae

Der vollständig erhaltene Holotypus von Xenusion auerswaldae wurde 1927 in kambrischem Geschiebe gefunden. Das Tier lebte im Unterkambrium und war das erste Lebewesen mit Gliedmaßen. Das Fossil in der Sammlung des Museums für Naturkunde ist eines von zwei bekannten Exemplaren und gilt als „connecting link“ zwischen Stummelfüßern (Lobopoden) und Gliederfüßern (Arthropoden).

Glyphaea pseudocyllarus

Der fossilierte Urzeit-Krebs Glyphaea pseudocyllarus wurde in Solnhofener Plattenkalk gefunden und stammt aus der geschichtsträchtigen Sammlung Schlotheim.