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Brecht-Tage 2026 im Museum für Naturkunde

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Poster der Brecht-Tage 2026 mit schwarz-weiß Fotografie von Bauern und Landwirtschaftsfahrzeugen
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Die Brecht-Tage 2026 vom 6. bis 13. Februar widmen sich insbesondere der Industrialisierung der Landwirtschaft und damit der Beziehung von Technik und Natur. Gemeinsam mit Expert:innen und Autor:innen geht es um Brechts planetare Poetik und ihre Verbindungslinien zu gegenwärtigen Debatten, um den drohenden Klimakollaps und den Umbau der Industriegesellschaft im Anthropozän. Erstmals finden die Veranstaltungen nicht nur im Literaturforum im Brecht-Haus statt, sondern an mehreren Orten in der Stadt. Das Programm umfasst auch Vorträge, Führungen und Podiumsgespräche im Museum für Naturkunde Berlin am Mittwoch, den 11. Februar. 

Im Rahmen der diesjährigen Brecht-Tage widmet sich das Festival einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: »Die Erde, die große Nährerin«. Der thematische Schwerpunkt eröffnet einen neuen Blick auf Bertolt Brecht und rückt Aspekte in den Mittelpunkt, die bislang selten mit seinem Werk assoziiert werden – Landwirtschaft, Ernährung und Anbau.

Dabei handelt es sich keineswegs um Randthemen. Fragen der Ernährung und landwirtschaftlichen Produktion sind zutiefst politisch: Sie berühren Machtverhältnisse, gesellschaftliche Konflikte und Vorstellungen davon, wie Menschen mit der Erde leben und wirtschaften. Die Brecht-Tage fragen in diesem Jahr danach, wie sich Brecht mit Landwirtschaft als Ort von Macht, Konflikt und Imagination auseinandergesetzt hat.

Brecht reflektierte Anbau und Ernährung immer wieder als politische Praxis. Ein Beispiel ist der Text »Die Erziehung der Hirse«, entstanden in Ostberlin, dessen Überlegungen heute eindringlich mit aktuellen Debatten über Produktivität, Knappheit, Nachhaltigkeit und Fürsorge resonieren. Vor dem Hintergrund globaler Krisen – vom Klimawandel über den Verlust der Artenvielfalt bis hin zu endlichen Ressourcen – gewinnen diese Fragen neue Dringlichkeit.

„Für ein Museum, das sich dem Verständnis des Lebens auf der Erde widmet – seiner Geschichte, seiner Fragilität und seinen komplexen Wechselbeziehungen – ist die Auseinandersetzung mit Brechts Denken besonders relevant“, so Dr. Julia Diekämper vom Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin. „Sie fordert dazu auf, nicht nur Umwelt- und Ernährungspolitik neu zu betrachten, sondern auch die Art und Weise zu hinterfragen, wie Wissen über Natur entsteht, vermittelt und institutionell verankert wird.“

Christian Hippe, Leiter des Literaturforums im Brecht-Haus, bedankt sich bei allen beteiligten Partnerinstitutionen und freut sich auf die Zusammenarbeit: „Die Brecht-Tage 2026 gehen in die Stadt hinaus und suchen nach Schnittstellen zwischen Diskursen und Orten. Futurium, Museum für Naturkunde und Planetarium werden zu Bühnen, um neue Perspektiven auf Brechts Schaffen zu legen – um Brecht zu korrigieren oder weiterzudenken.“

Partnerinstitutionen:

  • Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin
  • Zeiss-Großplanetarium Berlin
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin
  • andcompany&Co.

Das Programm der Brecht-Tage finden Sie hier.

Das Programm im Museum für Naturkunde Berlin finden Sie hier.

Poster der Brecht-Tage 2026 mit Schwarz-Weiß Fotografie von Bauern und Landwirtschaftsfahrzeugen © Bundesarchiv

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