Einschläge von kosmischen Körpern (Asteroiden, Kometen) können auf der Erde verheerende Konsequenzen haben. Große Asteroiden, die bei einer Kollision mit der Erde ganze Landstriche oder Kontinente verwüsten können, sind zum Glück eher selten, größtenteils bereits bekannt, oder relativ früh zu erkennen. Kleinere Asteroiden (<200 m) und Meteoriden sind aufgrund ihrer Vielzahl nicht vollständig katalogisiert und auch schwerer zu entdecken, da sie deutlich lichtschwächer sind. Aufgrund der Häufigkeit der sogenannten NEOs (Near-Earth-Objects), die sich auf Umlaufbahnen befinden, die sich mit der Bahn der Erde kreuzen, geht von diesen Körpern eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus. Ein bekanntes Beispiel für ein solches Ereignis ist der Meteor von Tscheljabinsk, der am Morgen des 15. Februars 2013 über der russischen Stadt Tscheljabinsk in der Atmosphäre zerplatze. Die dabei ausgelöste Druckwelle richtete verheerende Schäden an.
Falls ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde zu groß ist und der Einschlag verhindert werden muss, stellt ein sogenannter kinetischer Impaktor die momentan praktikabelste Abwehrstrategie dar. Dabei wird eine gezielte Kollision mit einer Raumsonde herbeigeführt, um den Asteroiden von seiner Bahn abzulenken. Ein solcher kinetischer Impaktor wurde im Rahmen der Missionen DART (NASA, Impaktor) und Hera (ESA, Beobachtungssystem zur Charakterisierung des Asteroidensystems und der Auswirkungen des Einschlags) getestet. Das Museum für Naturkunde Berlin ist an beiden Missionen beteiligt.
Folgende Projekte werden bzw. wurden am Museum für Naturkunde im Bereich Planetare Verteidigung durchgeführt:
- Ablenkung von Asteroiden – DART & Hera
Ziel der Missionen unter Federführung von NASA und ESA ist es, den wissenschaftliche Beweis für die Möglichkeit der Ablenkung eines Asteroiden durch externe Beaufschlagung zu erbringen. Das Museum für Naturkunde Berlin ist Teil des internationalen Teams. - Auswirkungen von Meteoriteneinschlägen
Die Auswirkungen von Meteoriteneinschlägen werden im Ernstfall zügig benötigt. Simulationen sind jedoch zeitaufwändig. Mit Hilfe einer Datenbank sollen Vorhersagen in wenigen Minuten ermöglicht werden. In diesem Projekt wurde eine Vorhersagesoftware eigens für die ESA entwickelt. - Einschlagsrisiken für Infrastruktur auf dem Mond
Direkte Einschläge, aber auch von Kratern ausgeworfenes Material, gefährden lunare Infrastruktur. In diesem Projekt werten wir dieses Risiko und mögliche Beschädigungen von Schlüsselinfrastruktur aus.