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Museum für Naturkunde Berlin gründet Zentrum für Integrative Biodiversitätsentdeckung

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Museum für Naturkunde Berlin gründet Zentrum für Integrative Biodiversitätsentdeckung

Derzeit beobachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Bürgerinnen und Bürger einen dramatischen Rückgang der Insektenarten in Deutschland und weltweit. Lebensraumzerstörung, Umweltgifte, Klimawandel und andere Faktoren sind Gründe für diese bedrohliche Entwicklung. Um Nachhaltigkeit zu leben müssen wir um das Leben auf der Erde wissen und es mit neuesten Methoden erforschen. Jeder Mondkrater ist entdeckt, aber nur ca. 10 % aller Arten auf der Erde sind Schätzungen zufolge bekannt. Viele Arten sterben bereits vor ihrer Entdeckung aus. Das Funktionieren der weltweiten Ökosysteme und die Existenz der Menschheit hängen davon ab, das Artensterben schnell aufzuhalten. Zugespitzt gesagt: erst sterben die Insekten, die Bestäuber der Nutzpflanzen, die, die am Anfang der Nahrungskette stehen – und dann der Mensch.

Vor dem Hintergrund der globalen Biodiversitätskrise gründet das Museum für Naturkunde Berlin das Zentrum für Integrative Biodiversitätsentdeckung. „Das Zentrum ist eine dauerhafte strategische Erweiterung und wird gemeinsam von Bund und dem Land Berlin gefördert. Mit seiner Gründung setzen wir  einen neuen, zukunftsweisenden Forschungsschwerpunkt“, so Michael Ohl, kommissarischer Leiter des neuen Zentrums. Das Ziel des Zentrums ist die effiziente Entdeckung und Erforschung der weltweiten Artenvielfalt. Das Zentrum ist ein wichtiger Beitrag zur Erfassung von Millionen bekannter und noch unbekannter Tierarten, zur Erforschung ihrer Bedeutung für die Natur und ihrer möglichen Relevanz für die Lösung vieler Probleme, mit denen die Menschheit zurzeit konfrontiert ist.

Im Rahmen des Kick-offs des neuen Zentrums lädt das Museum für Naturkunde Berlin zu einem Podiumsgespräch zum Thema Insektensterben. Was sind die Ursachen des Insektensterbens? Wie wirkt es sich auf die Ökosysteme aus? Wie kann das Insektensterben aufgehalten werden? Welche Rolle spielt die Wissenschaft und wo liegt die Verantwortung der Politik? Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kommen zusammen, um gemeinsam Lösungsansätze zu erörtern.

 

Zum Podiumsgespräch am Mo., den 2.7.2018 um 19.30 Uhr im Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstrasse 43, 10115 Berlin, laden wir Interessierte herzlich ein.

Titel: „Wie bekommt die Natur ihre Stimme zurück?“

Gesprächspartner:

Dr. Hans-Dietrich Reckhaus (Geschäftsführer der Reckhaus GmbH&Co.KG)

Prof. Dr. Josef Settele (UFZ Halle)

Prof. Dr. Susanne Renner (LMU München)

Alois Gerig, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft

Moderation: Andreas Sentker

Mit Impulsvorträgen von Prof. Johannes Vogel (Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin) und PD Dr. Michael Ohl (kommissarischer Leiter des Zentrums für Integrative Biodiversitätsentdeckung)

Zahlreiche Marktstände zum Thema laden zum Informationsaustausch ein.

Der Eintritt ist frei. Zur Registrierung verwenden Sie bitte diesen Link https://bit.ly/2GNWvqy

Um Anmeldung der Medienvertreterinnen und – vertreter wird gebeten unter gesine.steiner@mfn.berlin

 

Hintergrundinformationen:

Dr. Hans-Dietrich Reckhaus ist Geschäftsführer der Reckhaus GmbH&Co.KG. Die Firma trägt das Insect Respect Gütesiegel für Insektenbekämpfung mit ökologischem Ausgleich und wurde u.a. mit dem Green Product Award 2017 für die einzigartige Kommunikation über Wert und Rückgang der Insekten ausgezeichnet.

Prof. Dr. Josef Settele arbeitet im Department Biozönoseforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle mit den Forschungsschwerpunkten Schutz und evolutionäre Biologie von Insekten sowie Biodiversität und Landnutzung. Er ist Mitglied im Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und Co-Chair des Globalen Assessment des IPBES (Weltbiodiversitätsrat).

Prof. Dr. Susanne S. Renner ist Lehrstuhlinhaberin für Systematische Botanik und Mykologie an der LMU München sowie Direktorin der Botanischen Staatssammlung und des Botanischen Gartens München. Sie ist Mitglied der Leopoldina und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wo sie u. a. den Vorsitz des Forums Ökologie innehat.

Der CDU-Politiker Alois Gerig ist seit 2009 Mitglied des Bundestages und wurde im Januar 2015 zum Vorsitzenden des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft gewählt.

Der studierte Biologe Andreas Sentker ist Wissenschaftsjournalist, leitet seit 1998 das Ressort Wissen der Wochenzeitung DIE ZEIT und ist Mitgründer der Veranstaltungsreihe ZEITForum der Wissenschaft.

PD Dr. Michael Ohl, Biologe am Museum für Naturkunde Berlin, ist kommissarischer Leiter des neu gegründeten Zentrums für Integrative Biodiversitätsentdeckung