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Das Museum für Naturkunde Berlin organisiert zusammen mit vielen Partnern, unterstützt von der Europäischen Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), eine internationale Konferenz, um den Beitrag der Bürgerwissenschaft zur Gestaltung und Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) vorzustellen, zu bewerten und zu diskutieren. Die Konferenz „Knowledge for Change: A Decade of Citizen Science (2020-2030) in support of the SDGs“ ist eine offizielle Veranstaltung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 und findet am 14. & 15. Oktober 2020 live in der Kulturbrauerei Berlin und online statt.   

Die SDGs sind eine von der UNO ausgerufene, wissens-basierte Zielsetzung für die ganze Welt zur nachhaltigen Bekämpfung von Hunger und den dauerhaften Schutz der Gesundheit, der natürlichen Lebensgrundlagen aller Lebewesen, aber auch für den Schutz der Kultur und eine umfassende soziale Gerechtigkeit. Doch auf welchem Weg die 17 SDGs umgesetzt werden sollen, daran mangelt es bisher an Wissen. Dazu kommt, dass nicht genug Daten in den verschiedenen Feldern und unterschiedlichen Ebenen vorhanden sind, um alle SDGs im globalen, nationalen und lokalen Maßstab gleichermaßen umzusetzen. Die etablierten Lieferanten der Daten stoßen zunehmend an Grenzen.

Citizen Science (Bürgerwissenschaften) sind ein relevanter Ansatz zur Umsetzung der SDGs, sie können zur Lösung globaler Herausforderungen werden und damit zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit in Horizon Europe beitragen. Citizen Scientists tragen bereits in unterschiedlichen Projekten und Disziplinen gewinnbringend zur Mehrung des Wissens bei und sorgen damit für wissenschaftliches Wachstum. Damit wirklicher Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und Bürgerinnen und Bürger stattfinden kann, sollte auf Augenhöhe mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kommunizieren werden.  Eine Voraussetzung für diesen echten, auf Verständnis beruhenden Wissenschaftsdialog ist, dass Wissenschaft, Gesellschaft und Politik sich gegenseitig öffnen, um zu einer Co-Produktion von Wissen aus Gesellschaft und Wissenschaft zu kommen.

„Es entstehen ganz neue Dynamiken, wenn man die Bevölkerung in den Wissensbetrieb mit einbindet und sei es nur, um die richtigen Fragen zu stellen oder sich aktiv auf Wissensseiten im Internet thematisch einzubringen und quasi gehört zu werden“, so Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin und seit 2014 Vorsitzender der European Citizen Science Association, Europa. „Die Herausforderung für die Wissenschaft ist nun, in den zielgenauen Dialog mit den verschiedenen Gruppierungen zu treten, um gegenseitig Möglichkeiten, Potentiale und Ambitionen auszuloten. Dies sollte zu einem faszinierenden Programm der Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs führen, um den Green Deal Europas zu unterstützen und die großen Herausforderungen der Welt gemeinsam anzugehen.“

Die Tagung macht es sich zur Aufgabe, wirkungsvolle Citizen Science - Initiativen zu vernetzen, Wirkungskreise zu vergrößern und Potenziale aus der Vernetzung zu nutzen. Erkenntnisse aus bürgerwissenschaftlichen Initiativen auf globaler, nationaler, regionaler und Basisebene sollen zusammengeführt werden. Die Tagung liefert politische Beiträge zu laufenden europäischen Entwicklungen, Initiativen der Open-Science-Strategie, dem Europäischen Forschungsraum (EFR) und Horizon 2020. Nicht zuletzt sollen bürgerwissenschaftliche Initiativen inspiriert werden, ihre Arbeit in den kommenden Jahren zu intensivieren.

 

Deklaration

Als Ergebnis der Tagung soll eine Deklaration unterzeichnet werden. Die Deklaration plädiert für die starke Partnerschaft von Politik, akademischer Wissenschaft und Citizen Science, um die vorhandenen Wissenslücken gemeinsam zu füllen. Dazu wird in der Deklaration der besondere Beitrag und die großen Potentiale der Citizen Science für die nachhaltige Entwicklung herausgestellt. Durch das Engagement vieler Menschen in den Forschungsprozessen der Citizen Science können mehr und bessere Daten global als auch auf der lokalen Ebene gesammelt werden. Daraus lässt sich ein umfassendes und genaues Bild der Gegenwart erzeugen, welches die Handlungsbereiche für notwendige Maßnahmen aufdeckt. Die Deklaration wirbt deshalb für die langfristige Förderung der Citizen Science und ruft zur innovative Zusammenarbeit mit ihr in allen Bereichen auf.

 

Eckdaten: Programm, Partner, Festival

Das komplette Programm findet sich hier.

Di., 13.10. Reception der Tagung im Museum für Naturkunde Berlin im Rahmen des Leibniz-Aktionsplans

Mi., 14.10. Welcome & Conference opening mit

  • Johannes Vogel, Generaldirektor Museum für Naturkunde Berlin und Professor für Biodiversität und Public Science, Humboldt Universität Berlin
  • Michael Meister, Staatssekretär, Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBF), Deutschland
  • Signe Ratso, Deputy Director-General, DG Research and Innovation, European Commission

Konferenzpartner: ECSA und die Projekte CoAct, SoCis und WeObserve

Sessionpartner: Naturhistorisches Museum Paris, EU-Citizen.Science

Im Rahmen der Tagung findet am 14. und 15. Oktober von 10 bis 18 Uhr eine öffentliche Veranstaltung statt: „Mitforschen! Das Citizen Science-Festival!

 

Anmeldung für Medienvertreterinnen und -vertreter

Die Tagung ist offen für Medienvertreterinnen und -vertreter. Bitte melden Sie sich an bei Dr. Gesine Steiner (Pressesprecherin, Museum für Naturkunde Berlin): gesine.steiner@mfn.berlin

 

Citizen Science Projekte

Virtueller Marktstand auf HopIn

  • CS as a Lens – Using Citizen Science to understand the global scope of plastic pollution for SDG 14.1.1. (USA)
  • CS4Welfare – Citizen Science as an innovative form of citizen participation for welfare society development (Litauen)
  • CitieS-Health – putting citizens’ concerns at the heart of research agenda on environmental epidemiology (Spanien)
  • Marine Litter Action!​ / PT: Ação Lixo Marinho! – Ocean Literacy (Portugal)
  • The polar collective – Engaging citizen scientists in remote polar waters (Norwegen & USA)
  • URair – Citizen Science, air quality, participatory environmental data analysis and best practices extraction (Griechenland)
  • OpenLitterMap– Open Data on plastic pollution with blockchain rewards (Littercoin) (Irland)

Marktstand vor Ort in Berlin

  • careables – making healthcare (Österreich)
  • TeaTime4App – Collecting data on soil observations and on the dynamics of soil decomposition (Österreich)
  • The Alien Insect Takahashia japonica – Wanted Dead or Alive! (Kroatien)
  • EU-Citizen.Science – platform for sharing Citizen Science projects, resources, tools, and training (EU)
  • Meet je Stad! – Climate adaptation, resilience and empowerment (Niederlande)

Virtueller Marktstand & vor Ort in Berlin

  • AIRbezen / strawbAIRies – measuring air quality with strawberry plants (Belgien)
  • D-NOSES – Distributed Network for Odour Sensing, Empowerment and Sustainability (Spanien)

Für jede(n) das richtige Projekt zum Einsteigen gibt es auf der von Wissenschaft im Dialog und dem Museum für Naturkunde Berlin betriebenen und vom BMBF finanziell unterstützten Webseite www.buergerschaffenwissen.de