Die Biodiversitätswand zeigt rund 3000 präparierte Tierarten. Auf dem Foto betrachten Besucher die Farben- und Formenvielfalt der Arten.
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Am 24. November 1859, vor 158 Jahren, veröffentlichte der britische Naturforscher Charles Robert Darwin sein Werk „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“. Mit diesem epochalen Buch, das damals ein echter Bestseller war, begründete Darwin die Evolutionstheorie. Sie hat sich trotz aller Anfeindungen bis heute als Grundlage der gesamten Lebenswissenschaften – von der Biologie bis zur Medizin – bewährt. Zwei der wichtigsten Botschaften dieses epochalen Werkes von Charles Darwin sind:

  1. Die biologische Diversität der Erde entsteht durch den Prozess der Evolution,
  2. alle Organismen sind miteinander verwandt, d.h. der Mensch ist Teil der Natur.

Aber begreifen wir Menschen uns als solcher? Insektensterben, Plastik in den Meeren, ungebremster CO2 Ausstoß und viele weitere Beispiele zeugen eher vom Gegenteil. Wir Menschen leben und wirtschaften, als stünden uns drei Erden und deren Ressourcen zur Verfügung. „Jeder kennt Charles Darwin, der uns vor bereits 158 Jahren die Bedingungen und Prozesse des Lebens erklärt hat. Leider aber scheint es für uns Menschen schwer zu sein, sich als Teil der Natur zu verstehen und aus diesen fundamentalen Erkenntnissen Handlungen abzuleiten“, sagt Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin. „Nur wenn wir uns als aktiven Teil der Natur sehen, lernen, ihre Mechanismen zu verstehen und uns gemeinsam für Natur einsetzen, können wir zu den drängenden Fragen dieser Zeit Lösungen entwickeln.“

Zur Lösung dieser großen Herausforderungen der Menschheit, wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt, Bereitstellung von Wasser oder anderen Rohstoffen, bedarf es wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Lösungen – und Orte, an denen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik zusammenkommen. Dies ist die Verantwortung und genuine Aufgabe des Museums für Naturkunde als meistbesuchtes Museum Berlins und als weltweit aktives Forschungsinstitut. Als Leibniz Institut für Biodiversitäts- und Evolutionsforschung sehen wir uns in der Tradition und im Auftrag von Charles Darwin, Alexander von Humboldt und anderen Naturforschern für eine nachhaltige Zukunft des Menschen.