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Sind wir alleine oder ist da draußen Jemand? Die Frage ob unsere belebte Erde einzigartig oder eine von vielen im Weltenraum ist, beschäftigt die Wissenschaftler am Museum für Naturkunde Berlin. Im Rahmen der vom DLR Berlin geleiteten Helmholtz Forschungs-Allianz „Planetare Entwicklung und Leben“ wurden am Berliner Museum für Naturkunde verschiedene Gesteinsmischungen hergestellt und mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur zur Internationalen Weltraumstation (ISS) gebracht.

Diese künstlichen Marsböden entsprechen nach aktuellen Erkenntnissen den Bodenbedingungen auf dem Nachbarplaneten Mars während seiner verschiedenen Entwicklungsphasen.
Auf diesen künstlichen Marsböden wurden in dem von Dr. Jean-Pierre de Vera (DLR) geleiteten ESA-Weltraumexperiment „BIOMEX“ verschiedene Organismen eingebettet um deren Überleben und die Stabilität ihrer Moleküle unter extremen Umweltbedingungen zu studieren. Mit den Labor- und Weltraum-Experimenten soll geklärt werden, ob diese Organismen, Bakterien, Urbakterien (Archaeen), Algen, Pilze, Flechten und Moose außerhalb der Erde überleben können. Neben der Beantwortung dieser astrobiologischen Fragen bezüglich Leben unter extremen Bedingungen, helfen diese Untersuchungen auch bei der Entwicklung von analytischen Strategien zur Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars. Welche stofflichen Eigenschaften der Organismen bleiben auch nach ihrem Tod unter Marsbedingungen erhalten, und wie kann man diese Merkmale durch Messungen im Marsboden nachweisen? Untersuchung dieser Biosignaturen, dem Erhaltungspotential unter Marsbedingungen, und deren Nachweisgrenzen in Marsgesteinsmischungen sind wichtige Vorarbeiten, um die besten Instrumente für spätere Marsmissionen auszuwählen, und dort nach Spuren von Leben zu suchen. Erste Ergebnisse dieses internationalen Forschungsprojektes zeigen unter anderem, dass Flechten unter Marsbedingungen aktiv leben können. Für die Suche nach Leben auf dem Mars eignet sich Beta-Carotin, da sich diese Biosignatur auch in geringen Konzentrationen im Marsboden nachweisen lässt. Die Forscher an den 25 nationalen und internationalen Instituten erwarten weitere spannende Ergebnisse, wenn in 1,5 Jahren die Proben von der Internationalen Weltraumstation zur Erde zurückkommen.
In der Zwischenzeit haben die Wissenschaftler am Museum für Naturkunde Berlin zusammen mit den Kollegen am Astronomischen Observatorium in Nizza und dem DLR Berlin die Geschichte unseres Planetensystems anhand von Apollo Mondproben und Computermodellen zur Entstehung von Planetensystemen untersucht. Diese Untersuchungen sollten klären, ob es erdähnliche Planeten gibt die um andere Sterne kreisen. Es zeigte sich, dass unsere bewohnbare Erde das Resultat einer komplexen Abfolge von Ereignissen ist, und vieles hätte in der Entwicklung unseres Planetensystems schief gehen können. Aber die Forscher sind sich sicher, unsere Erde ist schon etwas sehr besonderes, jedoch nicht einzigartig.

Fotos und Zusatzinformationen erhalten Sie unter:
http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/ISS

Copyright: ESA/NASA/RKA

Die Fotos können zur Berichterstattung in Zusammenhang mit der Pressemeldung kostenfrei verwenden werden.