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Forscher haben eine überraschende Vielfalt von Malaria-Parasiten in westafrikanischen Fledermäusen entdeckt und neue Erkenntnisse zu den Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Malaria-Parasiten gewonnen. Doktorandin Juliane Schaer vom Museum für Naturkunde Berlin & Max Planck Institut für Infektionsbiologie in Berlin (MPIIB) hat in enger Zusammenarbeit mit Susan Perkins (American Museum of Natural History), Kai Matuschewski (MPIIB Berlin) und weiteren Wissenschaftlern über 270 Fledermäuse in Westafrika auf Infektionen mit Malaria-Parasiten untersucht.

Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium ausgelöst, die durch Stechmücken von Mensch zu Mensch übertragen werden. Sie ist die am häufigsten auftretende Tropenkrankheit weltweit. Experimentelle Forschung über Impfstoffe, Immunologie und die Entwicklung von Malaria wird in der Regel an verwandten Arten durchgeführt, insbesondere an den Plasmodium-Arten von Nagetieren, um menschliche Malaria in Laborstudien modellieren zu können. Die neue Studie zeigt, dass zwei Parasiten, die bei den Fledermäusen gefunden wurden, eng mit diesen Nagetier-Parasiten verwandt sind. Im Laufe der Evolution gab es höchstwahrscheinlich einen Wirtswechsel aus der Nagetier-Linie in die Fledermäuse und dann wieder einen Wechsel zurück in die Nagetiere. Die Autoren vermuten, dass die Fledermäuse, die teilweise Baumhöhlen bewohnen, den gleichen Stechmücken ausgesetzt sind, die die Malaria-Parasiten auch zwischen den baumbewohnenden Nagetierwirten übertragen. Das Wissen über die Evolution von Malaria-Parasiten in Fledermäusen und anderen Tieren und deren Verwandtschaftsbeziehungen ist der Schlüssel zum Verständnis dieser wichtigen menschlichen Krankheit. <br />Insgesamt wurden zusätzlich zu Plasmodium, Malaria-Parasiten aus drei weiteren Gattungen in den Fledermäusen gefunden. Über 40% aller Fledermäuse, die in abgelegenen Waldökosystemen in Liberia, Guinea und Côte d' Ivoire von den Forschern untersucht wurden, wiesen Infektionen mit Malaria-Parasiten auf. Für die Studie wurden mehrere Gene dieser Parasiten sequenziert und der bisher umfassendste phylogenetische Stammbaum über Malaria-Parasiten von Fledermäusen erstellt.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) publiziert:

Juliane Schaer, Susan L. Perkins, Jan Decher, Fabian H. Leendertz, Jakob Fahr, Natalie Weber, and Kai Matuschewski. High diversity of West African bat malaria parasites and a tight link with rodent Plasmodium taxa. PNAS 2013; published ahead of print October 7, 2013, doi:10.1073/pnas.1311016110

Fotos erhalten Sie unter:

http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Malariafledermaus

Beide Fotos (c: Juliane Schaer, MfN) zeigen den afrikanischen Flughund Micropteropus pusillus mit Blutstadien der Malaria-Parasiten-Gattung Hepatocystis.

Die Fotos können zur Berichterstattung in Zusammenhang mit der Pressemeldung kostenfrei verwendet werden.