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Die naturwissenschaftliche Forschung am Bromacker

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Eva-Maria Bendel arbeitet im CT-Labor am MFN

Die Fundstätte Bromacker repräsentiert die weltweit einzige permische Fossillagerstätte, welche sich sowohl durch erstklassig erhaltene dreidimensionale Körperfossilien als auch Spurenfossilien auszeichnet.

Aus mehr als 40 artikulierten und zum Teil kompletten Skelette sowie unzähligen Einzelknochen ergibt sich somit ein unschätzbar wertvoller Einblick in die Paläobiologie und Ökologie früher Landwirbeltiere und ihrer Umwelt. Wissenschaftler:innen aus dem Museum für Naturkunde Berlin, der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und der Friedrich-Schiller-Universität Jena konzentrieren sich dabei auf folgende fünf Forschungsschwerpunkte.

Forschungsschwerpunkte am Bromacker

Biodiversität

Im Mittelpunkt dieses Forschungsschwerpunktes stehen die taxonomische Erfassung, morphologische Beschreibung und verwandtschaftliche (phylogenetische) Einordnung der Wirbeltiere und ihrer Fährten. Die Wiederaufnahme der Ausgrabung, Feinpräparation und Digitalisierung der Fossilfunde bilden dabei die Basis für weitergehende Studien.

Ökosysteme

Ein zentrales Ziel dieses Forschungsschwerpunktes ist die quantitative Analyse der taxonomischen und ökologischen Faunenzusammensetzung der Fossillagerstätte Bromacker mit besonderem Fokus auf der Wirbeltierfauna. Dabei fokussieren sich die Forschenden auf die Struktur, Komplexität und Evolution der Lebewelt am Bromacker im Speziellen, sowie spätpaläozoischer terrestrischer Ökosysteme im Allgemeinen.

Biomechanik

Im Rahmen dieses Forschungsschwerpunktes werden sich die Forschenden den Fortbewegungsarten (Lokomotion) und Nahrungsanpassungen widmen. So sollen Wirbeltierspurenfossilien (Fährten, Kratzspuren, Grabgänge, Hautabdrücke) mit Hilfe modernster Methoden – wie zum Beispiel 3D-Laser-Scanning oder Computertomographie – dokumentiert und analysiert werden. Des Weiteren erfolgt eine funktionsmorphologische Analyse des Kauapparats der Bromacker-Wirbeltierfauna und verwandter paläozoischer Tetrapoden mit Hilfe innovativer 3D-Bildtechnologie, wobei ein besonderer Fokus auf die unterschiedlichen Kaumechanismen der frühen Pflanzenfresser gelegt werden soll.

Physiologie

Ein weiterer wichtiger Baustein für unser Verständnis der Lebewelt und Ökologie an der Bromacker-Fossillagerstätte ist die Untersuchung der Physiologie der einst dort lebenden Wirbeltiere. Die herausragenden Erhaltungsbedingungen und die taxonomische Vielfalt bieten für eine paläohistologische Untersuchung der gefundenen Knochen eine besonders gute Grundlage und können somit einzigartigen Einblicke in die Individualentwicklung, das Wachstum und die Lebensweisen der Wirbeltiere ermöglichen.

Geologie und Klima

Der Forschungsschwerpunkt „Geologie und Klima“ erforscht die geologischen und paläoklimatischen Zusammenhänge in der Region während des unteren Perms. Mithilfe von sedimentologisch-geologischen Untersuchungen der verschiedenen Fundhorizonte in der Tambach Formation sollen fundierte Rückschlüsse und neue Erkenntnisse über Paläolima, Ablagerungsraum und Taphonomie gezogen werden.

CT-Scan eines Diadectes-Schädels. Bild: Martin Kirchner

BROMACKER: Weitere Informationen: