Sonnensystem, Impakte & Meteoriten
Die Forschung in der Abteilung Sonnensystem, Impakte, & Meteoriten widmet sich der Frage, wie außerirdische Prozesse die langfristige Entwicklung unseres Planeten geprägt haben. Aus dem All stammendes Material – von Asteroiden und Meteoriten bis hin zu feinem kosmischem Staub – stellt ein zentrales Archiv für die Entstehung der Planeten dar und liefert wesentliche Informationen über ihre chemische Zusammensetzung sowie über die Entwicklung der Erde zu einem lebensfreundlichen System. Im Verlauf der Erdgeschichte haben Asteroideneinschläge und möglicherweise auch Einflüsse von außerhalb des Sonnensystems wiederholt die Evolution der Biosphäre verändert; vergleichbare Ereignisse stellen auch in Zukunft ein erhebliches Risiko für die heutige Gesellschaft dar.
Die Abteilung verknüpft die Untersuchung geologischer Archive aus terrestrischen Impaktstrukturen, sedimentären Abfolgen, Meteoriten und Mikrometeoriten mit Fernerkundungsdaten aus Raumfahrtmissionen, um die Entstehung und Entwicklung des Planetensystems zu rekonstruieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Identifikation außerirdischer Ereignisse im geologischen Befund und auf der Analyse ihrer Auswirkungen auf die feste Erde, die Atmosphäre und die Biosphäre. Über die Grundlagenforschung hinaus trägt die systematische Erforschung urbaner Mikrometeoriten zur Förderung von Citizen-Science-Projekten sowie zur geowissenschaftlichen und planetologischen Bildung an Schulen bei. Die Erforschung des Mondes im Rahmen des DFG-Sonderforschungsbereichs TRR170 Late Accretion onto Terrestrial Planets eröffnet einzigartige Einblicke in frühe Phasen der Erdgeschichte und Perioden intensiven kosmischen Bombardements, die auf der Erde selbst nicht mehr dokumentiert sind.
Zur Bearbeitung dieser Fragestellungen nutzt die Abteilung ein interdisziplinäres Methodenspektrum, das mikro- und geochemische Analysen von Probenmaterial, numerische Simulationen mittels Hochleistungsrechnern und kontrollierte Laborexperimente umfasst (Beispielprojekt MEMIN). Auf diese Weise lassen sich sowohl der zeitliche Verlauf der Zufuhr extraterrestrischen Materials als auch die Umweltfolgen von Impaktprozessen und die Entstehung charakteristischer, schockbedingter Veränderungen in Gesteinen und Mineralen untersuchen, die als eindeutige Marker von Einschlagsereignissen dienen. Ein vertieftes Verständnis der kosmischen Einflüsse auf die Erdgeschichte leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung des Ursprungs des Lebens und seiner frühen Evolution.
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