Impakt- und Meteoritenforschung

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Die Abteilung „Impakt- und Meteoritenforschung“ befasst sich mit der Entstehungs- und Kollisionsgeschichte unseres Sonnensystems, insbesondere der erdähnlichen Planeten und Kleinplaneten (Asteroiden).


Diese entstanden vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren durch fortschreitende Kollision und Zusammenballung von ursprünglich staubgroßen Partikeln. Zeuge dieser Prozesse sind vor allem chondritische Meteorite, die seit ihrer Entstehung kaum verändert wurden. Ihr Studium erlaubt daher Rückschlüsse auf die Akkretion im frühen Sonnensystem und die damit verbundenen physikalischen und chemischen Parameter.

 
Die Entstehung und Entwicklung der Erde und erdähnlichen Planeten wurde maßgeblich durch Kollisionen und Einschläge kosmischer Körper geprägt. Anhand von Kraterstrukturen auf diesen Planeten kann das Bombardement aus dem All rekonstruiert werden. Dieses, bis heute andauernde kosmische Bombardement, anfänglich um Größenordnungen intensiver und durch große Impaktbecken auf dem Mond dokumentiert, hat die Entstehung und Entwicklung von Lithosphären und Atmosphären der erdähnlichen Planeten, und vermutlich auch der Biosphäre auf der Erde, entscheidend beeinflusst. Physikalisch-chemische und geologisch-mineralogische Prozesse während eines Einschlages werden durch Feldstudien, anhand von Probenmaterial aus Impaktkratern und Meteoriten, Laborexperimenten und numerischen Computermodellen untersucht. Dabei müssen die mikro- und kleinskaligen, durch Stoßwellen hervorgerufenen Veränderungen von Mineralen und Gesteinen (Stoßwellenmetamorphose) mit jenen großskaligen Prozessen verknüpft werden, die zur Bildung und nachfolgenden Modifikation von Impaktkratern führen (Kraterbildung und Ejekta). Das Verständnis von Einschlagprozessen und deren Folgen für die Umwelt, z.B. Klimaveränderungen, die zum Aussterben von Arten bis hin zu Massenaussterben führen können, wird dadurch verbessert.