Digitalisierung
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Das Museum für Naturkunde Berlin baut seine Forschungssammlung als moderne Informations- und Forschungsinfrastruktur aus. Gesellschaft, Wissenschaft, Kreativ-Wirtschaft und weitere Stakeholder werden in Zukunft weltweit und zu jeder Zeit auf eine immense Vielfalt von Sammlungs- und Forschungsdaten zugreifen können und so neuen Nutzen aus ihnen ziehen. Der nun erschienene Leitfaden „Managing Natural Science Collections“ ist eine Blaupause für die weitere Erschließung der Forschungssammlung.

Die zoologischen, paläontologischen und mineralogischen Bestände des Museums für Naturkunde Berlin sind in Datenbanken erfasst, die der wissenschaftlichen Sammlungsverwaltung und Recherche dienen. Auch in allen Forschungsprozessen des Museums werden vielfältige Daten erzeugt und verarbeitet. Mit der vollständigen Digitalisierung der mehr als 30 Millionen Objekte zählenden Sammlung innerhalb der nächsten zehn Jahre wird die Menge der öffentlich zur Verfügung gestellten Daten so stark ansteigen wie nie zuvor.

„Unsere Vision ist es mit dem Zukunftsplan, das Museum für Naturkunde Berlin als international sichtbares Kompetenzzentrum für integrierte Forschung für Natur zu etablieren, welches disziplinäre und geografische Grenzen überwindet“, sagt Generaldirektor Johannes Vogel. Die Sammlungs- und Forschungsdaten des Museums sind dabei nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit relevant, sondern für alle Bürgerinnen und Bürger. Mit der Öffnung der Sammlung und ihrer digitalen Verfügbarmachung können alle einen Beitrag leisten, aus unterschiedlichen Perspektiven neuen Nutzen aus ihr zu ziehen – für Natur und mit Blick auf die Lösung künftiger wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Probleme.

Eine Herausforderung für das Management von Objekten und Daten ist ihre vielseitige Ausprägung. Diese Vielfalt trifft auf neue Nutzungen und Anwendungen, die bisweilen noch nicht absehbar sind und im Austausch mit Wissenschaft und Öffentlichkeit weltweit entstehen werden. „Das Buch „Managing Natural Science Collections“ ermutigt Praktikerinnen und Praktiker, neue Fragen zu stellen und mögliche Optionen auszuloten. Es ist wichtig, nicht in vorgefertigten Meinungen zu denken“, sagt Christiane Quaisser, Co-Autorin und Leiterin des Forschungsbereichs Sammlungsentwicklung und Biodiversitätsentdeckung am Museum für Naturkunde Berlin. „Nur so können wir zukunftsweisend nachhaltig, effizient und ethisch mit der Verantwortung für unser globales Erbe umzugehen.“

Das Buch ist ein weltweit einzigartiger Leitfaden auf dem Gebiet des strategischen Sammlungsmanagements. Es basiert auf der langjährigen Erfahrung und Praxis der vier internationalen Autoren, die einige der größten und vielfältigsten Sammlungen der Welt verwalten: Robert Huxley (Natural History Museum, London), Christiane Quaisser (Museum für Naturkunde Berlin), Carol R Butler (Smithsonian National Museum of Natural History, Washington) und René WRJ Dekker (Naturalis Biodiversity Center, Leiden).

Schon jetzt sind Sammlungsobjekte des Museums sowie dazugehörige Informationen in internationalen Datenportalen online verfügbar. Neben eigenen Online-Angeboten veröffentlicht das Museum für Naturkunde Berlin beispielsweise biologische Sammlungsdaten im globalen Biodiversitätsdaten-Portal Global Biodiversity Information Facility und digitale Medienobjekte seiner Sammlungsobjekte in Europeana.

Zum Thema strategische Sammlungserschließung gibt es dieses Jahr am Museum für Naturkunde Berlin einen Workshop; ebenso zum Thema Konservierungsforschung. Die Termine finden Sie nach Veröffentlichung auf unserer Veranstaltungswebseite. Eine Übersicht zu den digitalen Angeboten inklusive der Social-Media-Kanäle finden Sie hier: #fürNatur digital.

Managing Natural Science Collections. A Guide to Strategy, Planning and Resourcing. Von Robert Huxley, Christiane Quaisser, Carol R Butler und René WRJ Dekker. Erschienen im Routledge Verlag. ISBN: 9781138386839

Bildmaterial:

http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Sammlungsmanagement

Die Fotos können zur Berichterstattung in Zusammenhang mit der Pressemeldung unter Angabe des Copyrights (Fotograf/in + Museum für Naturkunde Berlin) kostenfrei verwenden werden.