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Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, untersuchten über 60 verschiedene säbelzahntragende Tierarten. Mittels Computersimulationen überprüfte das Team die funktionellen Kapazitäten von Zähnen und Schädeln um u.a. deren Beißkraft und Biegefestigkeit zu überprüfen. Eine neue Studie belegt, dass säbelzahntragende Raubtiere eine bisher ungeahnte Diversität in Bezug auf Jagd- und Tötungsverhalten im Laufe der letzten 250 Millionen Jahre entwickelten.

Säbelzahntiger gehören zu den bekanntesten Fossilien. Allerdings gab es Tiere mit Säbelzähnen in einer wesentlichen größeren Vielfalt. Fast einhundert verschiedene Tierarten sind der Wissenschaft bisher bekannt und nicht alle davon gehören zur selben Familie wie die modernen Katzen. Manche lebten sogar schon in der Zeit vor den Dinosauriern.

Stark verlängerte Eckzähne, in manchen Spezies bis zu 30 cm lang, evolvierten unabhängig voneinander in sieben verschiedenen Stammeslinien von fleischfressenden Tieren. Aufgrund ähnlicher Schädel- und Zahnformen wurde daher lange Zeit angenommen, dass all diese Tiere in der gleichen Art und Weise Beute gejagt und erlegt haben. Diese Annahme wurde nun von einer neuen Studie, heute publiziert im Fachjournal Proceedings of the Royal Society B, widerlegt.

Die Studie deckte auf, dass säbelzahntragende Tiere zwar wohl ähnlich ausgesehen haben aber ihre Zähne auf verschiedene Weise genutzt haben. Manche Arten haben sich darauf spezialisiert kleine Beute zu jagen und mittels ihrer Eckzähne tiefe Wunden zu hinterlassen. Andere wiederum waren höchstwahrscheinlich Rudeljäger, die sich mit Hilfe von verstärkten Knochenstrukturen im Kiefer auf größere Beute spezialisiert haben.

Eva-Maria Bendel, Doktorandin am Museum für Naturkunde, erforscht in ihrer Arbeit die fossile Tiergruppe Gorgonopsia, welche als erste säbelzahnartige Eckzähne entwickelte. Sie erklärt: „Wir sind sehr froh, dass es uns möglich war, eine solche Bandbreite von säbelzahntragenden Gruppen über eine so große geologische Zeitspanne zu untersuchen. Es ganz besonders interessant, dass alle Taxa der mammalischen Stammeslinie angehören und dass wir unterschiedlichste funktionelle Anpassungen sogar schon vor über 250 Millionen Jahren in den Vorfahren der heutigen Säugetiere vorfinden.“