Referenzpunkte, sogenannte Landmarken, aufgetragen auf ein 3D-Schädelmodell einer Antilope
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Die Säugetiersammlung des Museums für Naturkunde Berlin zieht in neue Sammlungsräume und wird dabei gleich neu inventarisiert und digitalisiert. Ein großer Teil dieser Sammlung umfasst Hörner sowie Schädel von afrikanischen Antilopen. Diese stehen im Fokus eines aktuellen Forschungsprojektes, an dem das Museum für Naturkunde Berlin seine Besucherinnen und Besucher teilhaben lassen möchte, um so das Interesse für Natur zu fördern und neue Erkenntnisse aus diesem Forschungsvorhaben unmittelbar und aktiv zu vermitteln. Deshalb wird in einem neu restaurierten Ausstellungssaal täglich live gezeigt, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Antilopen-Schädeln 3D-Oberflächenmodelle anfertigen. Das Scanning findet vom 10.10. – 6.11.2017 dienstags bis samstags von 13.00 -16.00 Uhr statt.

Auftakt-Pressetermin: Di., 10.10.2017 um 13.00 Uhr Markus Deggerich (markus_deggerich@spiegel.de)

Ort: Museum für Naturkunde Berlin, ehemaliger Huftiersaal der Ausstellung

Es besteht die Möglichkeit, mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Interviews zu führen und hautnah dabei zu sein, wenn die Antilopenschädel gescannt werden.

Hintergrundinformation zum Forschungsprojekt:

Die wissenschaftlichen Sammlungen des Museums für Naturkunde Berlin (MfN) mit mehr als 30 Millionen biologischen, paläontologischen und mineralogischen Objekten werden durch die umfangreichen Bestände der Bibliothek, des Tierstimmenarchivs und der geisteswissenschaftlichen historischen Arbeitsstelle ergänzt. Die digitale Erschließung dieser Bestände, sowie deren Bereitstellung und Verfügbarmachung in nationalen wie internationalen Forschungsdatenbanken ist eine zentrale Aufgabe des MfN. Darüber hinaus betreibt das MfN eine Vielzahl hochmoderner Laboratorien und IT-Forschungsinfrastrukturen für die Beforschung geo- und biowissenschaftlicher Fragestellungen, z.B. das Visualisierungslabor, in dem die Antilopenschädel gescannt und digitalisiert werden.

Eine der wissenschaftlichen Fragestellungen, die hier am MfN bearbeitet werden ist z.B.: Wie können so viele Pflanzenfresser in der afrikanischen Savanne zusammenleben und ob die Evolution des Menschen dieses Zusammenspiel beeinflusst haben könnte.

Die Savannen Kenias und Äthiopiens sind Lebensraum vieler verschiedener Pflanzenfresser. Das gilt insbesondere für die letzten fünf Millionen Jahre, aus denen fast doppelt so viele ausgestorbene Arten bekannt sind. Am Beispiel der Antilopen untersuchen die Forscherinnen und Forscher des Museums für Naturkunde Berlin wie Konkurrenz um die gleiche Nahrungsquelle ökologische Vielfalt in dieser Gruppe gefördert haben könnte. Dafür werden 3D-Oberflächenmodelle von Schädeln unterschiedlicher Arten erstellt. Der Vergleich der Schädelform hilft zu ermitteln, welche Rolle Konkurrenz zwischen den Arten für die Evolution über Jahrmillionen möglicherweise gespielt hat. Diese Studie hilft auch zu klären, ob der Verlust der Vielfalt afrikanischer Pflanzenfresser innerhalb der vergangenen eine Million Jahre mit der Evolution des Menschen in Zusammenhang steht.