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Gemeinsam für den Zukunftsplan und für Natur

Jana Hoffmann und Christiane Quaisser, MfN

Interview mit den Forschungsbereichsleiterinnen Dr. Jana Hoffmann (JH, links) und Dr. Christiane Quaisser (CQ, rechts)

Bitte stellen Sie sich vor, inklusive Ihrer Position am MfN.

CQ: Mein Name ist Christiane Quaisser. Ich bin promovierte Biologin und passionierte Ornithologin. Mein beruflicher Weg führte mich von der Freilandökologie zur wissenschaftlichen Sammlung und dort von der wissenschaftlichen Nutzung zur strategischen Entwicklung. Die Fragen nach einer nachhaltigen, verantwortungsvollen und zukunftsweisenden Entwicklung der Sammlung durch und mit einem professionellen und motivierten Team sind meine zentralen Triebfedern und roter Faden seit dem Start im Sammlungsmanagement 2007. Am Museum für Naturkunde Berlin habe ich 2013 die Sammlungsleitung übernommen, den Forschungsbereich Sammlungsentwicklung und Biodiversitätsentdeckung aufgebaut und geleitet und freue mich nun riesig, mit Dr. Jana Hoffmann gemeinsam den neuen Forschungsbereich Zukunft der Sammlung zu entwickeln.

JH: Mein Name ist Jana Hoffmann. Mich interessiert besonders wie wir innovative Formen des Zugangs und der Nutzung von Sammlungen an Bewahrungsinstitutionen gestalten können, die gleichzeitig aktive Teilhabe aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ermöglichen und Innovation fördern. In den letzten Jahren habe ich erfolgreich den Forschungsbereich Digitale Welt und Informationswissenschaft aufgebaut und geleitet. Mit meiner Promotion in Zoologie habe ich einen starken inhaltlichen Bezug zu der Grundlagenforschung des Museums.

Welche Aufgaben übernehmen Sie bei der Gestaltung des Zukunftsplanes?

JH: Zusammen mit meiner Kollegin Dr. Christiane Quaisser gestalte ich den Zukunftsplan aktiv in der Rolle der Leitung des Projektes Sammlungserschließung und -entwicklung.  In unserer Doppelfunktion als Projekt- und Forschungsbereichsleitung stellen wir eine enge Verknüpfung der Aktivitäten unseres Projektes im Zukunftsplan mit der Entwicklung des Forschungsbereich Zukunft der Sammlung her. Das Projekt Sammlungserschließung und –entwicklung unterteilt sich in vier Teilprojekte: Sammlungsbezogene Forschung, Transformation der Sammlung, Informationsmanagement und Zugang, Innovation & Vernetzung.

CQ: Neben der Projektleitung trage ich als Sammlungsleiterin die Verantwortung für die Planung der neuen physischen Sammlungsinfrastrukturen (Flächen, Anforderungen, Standards) und den Weg dorthin (Umzüge, Interimslösungen). Als Wissenschaftlerin bin ich an Konzeption und Entwicklung des Forschungsclusters "Open Heritage - Naturkunde in globalen Kontexten. Sammlung erforschen, Zukunft gestalten" beteiligt.

Welche Chancen sehen Sie in der Umsetzung des Zukunftsplans für das Museum und für die Gesellschaft?

JH: Mit der Umsetzung des Zukunftsplans haben wir die einmalige Chance die Sammlung vollständig zu erschließen, d.h. sie konservatorisch zu sichern, digital zu erfassen und für innovative Nutzungsmöglichkeiten zugänglich zu machen. Unser Ziel ist es die Sammlung zu einer offenen, digital-analogen Wissensinfrastruktur mit professionellem Wissensmanagement für Objekte, Wissen und Daten zu entwickeln, die den zukünftigen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Anforderungen gewachsen ist.

CQ: Der Zukunftsplan ermöglicht uns den lang ersehnten Quantensprung für unsere Sammlung in jeder Hinsicht: baulich-konservatorisch, digital-technologisch als auch konzeptionell. Die Transformation der Sammlung in den nächsten Jahren wird der Sammlung eine neue Präsenz geben, neue Möglichkeiten eröffnen, im Rahmen des Museums, des Campus mit der HU als auch der Gesellschaft. Wir entwickeln eine Sammlung der Zukunft.

Wie stellen Sie sich das Museum 2030 vor?

CQ: Natürlich zuerst an den baulichen Veränderungen (Wow!) und der offenen, einladenden Atmosphäre. Nach dem Eintreten an dem neuen Geist (und Geruch), der sich seiner Wurzeln bewusst ist, aber vom Staub physisch wie gedanklich befreit hat. Unsere Sammlung hat Strahlkraft als Vorbild für ihre physische Unterbringung wie digital-analoge Zugänglichkeit und Vernetzung, Strahlkraft als Grundlage für Forschung und Transfer und Strahlkraft als unser gemeinsames globales Erbe.

JH: Meine Vision für die Sammlungsentwicklung: Im Jahr 2030 hat das Museum für Naturkunde Berlin eine der modernsten nationalen Sammlungsinfrastrukturen. Sie ist vollständig in die europäische Landschaft integriert. Den Wissenstransfer ermöglichen wir über ein weltweit vernetztes Collection Future Center, ein Kompetenzzentrum für innovatives Sammlungsmanagement, interdisziplinäre sammlungsbasierte Spitzenforschung und Anwendungsentwicklung mit entsprechenden Formaten für den Wissenstransfer und weitreichenden Serviceleistungen. Der ganzheitliche Zugang zu Objekten, Digitalisaten und dem assoziierten Wissen sind Inspiration und Ausgangsmaterial für Co-Produktion und offene Innovation. Die Sammlung des MfN ist zum „Enabler“ für Forschung, Wirtschaft und Innovation geworden.

Vielen Dank!

Das Interview führte Dr. Gesine Steiner, Pressesprecherin.
Stand: 01.03.2021

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