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Vielfalt erhalten!

Vielfalt erhalten

Seit dem Ende der Dinosaurierzeit sind noch nie so viele Tier- und Pflanzenarten ausgestorben wie heute. Dieser dramatische Verlust an biologischer Vielfalt gefährdet unsere Lebensgrundlage! Zum Weltnaturgipfel 2022 in Montreal stellen wir elf außergewöhnliche Geschichten vor, die auf dringliche Weise zeigen, warum wir Biodiversität jetzt (!) schützen müssen.

Geschichten zur biologischen Vielfalt: Ausgestorben, gerettet, entdeckt

Ohne schnelle, tiefgreifende und flächendeckende Maßnahmen laufen wir Gefahr, dass unsere Erde in den nächsten Jahrzehnten eine Million Arten verlieren wird. Die aktuelle Aussterberate übersteigt den natürlichen Verlust an Arten um das bis zu 100-fache! (Quelle: Berliner Erklärung, Mai 2022)

Die folgenden Geschichten und Arten stehen exemplarisch für einen Wandel der Biodiversität auf unserem Planeten, der in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten immer stärker menschengemacht ist.

  • Quagga in der Ausstellung "Evolution in Aktion"
  • Chinesischer Schwertstör und Generaldirektor Johannes Vogel in der Nasssammlung
  • Wandertaube
  • Leptonycteris yerbabuenae
  • Eisbär Knut in der Präparationswerkstatt
  • Tristan Otto und ein Spatzenküken in der Sonderausstellung "DINOSAURIER!"
  • Nasspräparate zweier Meerneunaugen
  • Monsterwespe in der Forschungssammlung des Museums für Naturkunde Berlin
  • Expedition zum ersten Nasenfrosch
  • Unterkieferknochen eines Wollhaarmammuts
  • Forschende am DiversityScanner des Zentrums für Integrative Biodiversitätsentdeckung

Gemeinsam für Natur

Deutschland trägt eine große Verantwortung und hat erhebliches Potenzial, jetzt entscheidende Beiträge zu leisten, um die Zwillingskrise aus Biodiversätsverlust und Klimawandel zu bewältigen. Dazu müssen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik international, national und regional deutlich enger zusammenarbeiten als bisher. Die Wissenschaft steht bereit, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten!

Aktuelle Projekte am Museum für Naturkunde Berlin (Auswahl)

  • Wie helfen 100 Jahre alte Hummeln das Insektensterben zu verstehen? In unserer Forschungssammlung stecken Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit. Um ihre umfängliche Nutzung zu ermöglichen, erschließen wir sie im Rahmen unseres Zukunftsplans.
  • Im Forschungscluster NaturBerlin entwickeln wir Methoden, um die Veränderungen von Biodiversität in Großstädten zu erfassen, auszuwerten und ihre Auswirkungen zu prognostizieren.
  • Das Forschungscluster AutoBio zielt darauf ab, Daten über Biodiversität in naturkundlichen Sammlungen und der Natur schneller zu gewinnen, zum Beispiel mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
  • Unser Zentrum für Integrative Biodiversitätsentdeckung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erfassung und Erforschung der Millionen bekannten und noch unbekannten Tierarten.
  • Die Herausforderungen der Gegenwart können nicht alleine bewältigt werden: Mit unserem Netzwerk Naturwissen sind wir Austragungsort einer Zusammenarbeit mit Partner:innen aus Berlin und Brandenburg.

Fakten zur Biodiversitätskrise: Aktuelle Forschung am MfN

Als Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung sind wir Teil des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität. Im Rahmen dessen haben 45 Forschende unterschiedlicher Institutionen zehn sogenannte Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung formuliert – fundiert und allgemein verständlich.

Eine Auswahl weiter Fakten und Erkenntnisse aus unserer Forschung finden Sie hier:

  • 21 Prozent von 10.196 Reptilienarten, die in einer Studie unter Beteiligung des MfN erfasst wurden, sind bedroht. Davon besonders gefährdet sind Schildkröten und Krokodile.
  • Vom Moa bis zum Kakapo: 50 Millionen Jahre würde es dauern bis die seit der Ankunft der Menschen in Neuseeland ausgestorbene Vogelwelt wiederhergestellt wäre, fanden Forschende ebenfalls unter Beteiligung des MfN heraus.
  • Komplette Ökosysteme zu schützen ist langfristig erfolgreicher, als sich auf einzelne Arten zu fokussieren: Unter Beteiligung des MfN zeigten Forschende, dass ökologische Gemeinschaften von Säugetieren über Jahrmillionen hinweg in ihren Wechselbeziehungen stabil blieben, obwohl einzelne Arten ausstarben und durch neue ersetzt wurden. 
  • Welche Auswirkungen hat das Verschwinden einzelner Arten? Anhand von Langzeitdaten untersuchten Forschende die Auswirkungen des Rückgangs von Großsäugern auf die Artzusammensetzung an Kleingewässern in einem Savannenökosystem.
  • Wir gut kennen wir das Leben auf unserer Erde wirklich? Erst im April 2022 publizierten Forschende unter Beteiligung des MfN, über ein neues Sinnesorgan bei Kleinzikaden.
  • Unter Leitung von MfN und Universität Potsdam sequenzierten Forschende die ersten Kerngenome des ausgestorbenen Blaubocks. Ihre Daten erlauben Einblicke in das Aussterben einer Art.
  • Wer überlebt den Klimawandel? Forschende von MfN und FAU Erlangen-Nürnberg untersuchten anhand von Fossilien aus unserer Forschungssammlung Aussterbeereignisse in den letzten 300 Millionen Jahren.